Dendrobates leucomelas - der gelbgebänderte Baumsteiger.
Meine Erkenntnisse über deren Haltung und Zucht.
Liebe
Froschfreunde,
über 30 Jahre Erfahrung mit der Haltung von Amphibien veranlasst mich
heute diese Homepage über Dendrobates leucomelas zu schreiben. Mein
Name ist Klaus Kreyerhoff und ich komme aus Borken in NRW. Alle hier
vorgestellten Informationen über diesen Pfeilgiftfrosch beruhen auf eigenen
jahrelangen Beobachtungen und sind daher nicht wissenschaftlich belegt.
Da die Wissenschaft aber nicht viel über Pfeilgiftfrösche weiß und ich
auch kein Wissenschaftler bin, darf ich die Dinge aussprechen, wie ich
sie als Züchter wahrnehme und interpretiere. Auch Besuche bei den erfolgreichsten
Pfeilgiftfroschzüchtern Deutschlands und den Niederlanden haben mich
nicht dazu bewegt, alles gleich bedingungslos nachzuäffen. - Sondern,
mir immer wieder die Frage gestellt: „Wie würde es in der freien Natur
ablaufen und wie kann ich dieses so gewonnene Wissen in der Praxis anwenden?”
Ich hoffe, Sie bleiben auch nach dem Lesen dieser Seite experimentierfreudig
und finden den Tag, an dem Sie Ihr gewonnenes Wissen veröffentlichen.
Kleines Bild oben: Einer meiner zahlreichen Streifzüge
durch den Wald auf der Suche nach Lebendfutter für meine Pfeilgiftfrösche. Aus eigener Zucht: (Bild links) Dendrobates
leucomelas bei der Futtersuche im dicht bewachsenen Terrarium. (Bild
rechts) Ein Jungfrosch kurz nach dem Landgang.
Allgemeines über Dendrobates leucomelas:
Dendrobates leucomelas ist ein mittelgroßer Pfeilgiftfrosch aus dem
Tinctorius-Komplex. Die Heimat dieser gelb-schwarz gebänderten Baumsteiger
ist der tropische Regenwald in Venezuela, Kolumbien und Guayana. Die
Farbformen reichen von gelb über orange bis leicht grünlich gebänderten
Tieren. Daneben findet sich eine genetzte Farbform, welche von einigen
Züchtern durch entsprechende Auswahl der Elterntiere aus gebänderten
Farbformen nachgezüchtet oder besser gesagt, nachempfunden werden. Ich
halte von solchen zweifelhaften Maßnahmen überhaupt nichts und lehne
dieses ab. Die genetzte Farbform ist in meinen Augen mit Recht eigenständig
und sollte es durch lupenreines Züchten auch bleiben. Der tagaktive
Pfeilgiftfrosch wird zwischen drei und vier Zentimeter groß, wobei die
Männchen gerne etwas kleiner bleiben. Diese Pfeilgiftfrösche können
im Terrarium bei artgerechter Haltung ein Alter von bis zu 15 Jahren
erreichen. Die Geschlechter sind nur schwer auseinander zu halten. Allgemein
gilt zwar, dass die Weibchen dieser Dendrobaten etwas größer und fülliger
sind als Männchen, aber wirklich sicher kann man sich erst sein, wenn
man das Männchen beim Rufen beobachten kann. Dieser Ruflaut kann als
ein relativ lautes und anhaltendes Trillern beschrieben werden. Bei
exzellenter Haltung und abwechslungsreicher Fütterung fangen die Männchen
bereits nach 4 Monaten, anfangs noch zögerlich und leise, an zu üben.
Die Weibchen benötigen bis zur Geschlechtsreife deutlich länger. Erste
Gelege kann man ab dem 12. Monat erwarten. Kleines Bild oben: Dendrobates leucomelas "Bolivar"
Ein Jungtier der genetzten Variante.
| Ruflaut von Dendrobates leucomelas |
Das legebereite Weibchen folgt seinem Ruf und streichelt mit den Forderbeinen
seinen Rücken. Nun suchen beide nach einer geeigneten Legestelle an
Land. Nach der Eiablage betreibt das Männchen Brutpflege, indem es das
Gelege in regelmäßigen Abständen bewässert. Nach dem Schlüpfen der Quappen
transportiert das Männchen diese einzeln, auf dem Rücken tragend, in
kleine Wasseransammlungen oder in Bromelientrichter, die nicht austrocknen.
Von diesem Zeitpunkt an sind die Quappen auf sich allein gestellt. Sie
ernähren sich jetzt von Algen,
MulmMulm
besteht zu einem großen Teil aus Mikroorganismen.
Lesen Sie dazu weiter unten mehr. und Kleinstinsekten.
Das Gift:
Wenn man, so wie ich es mache, sich mit Pfeilgiftfröschen befasst, kommt
man natürlich um das Thema Gift nicht herum. Pfeilgiftfrösche scheiden
durch ihre
Haut eingelagerte Gifte aus, die je nach Art tödlich sein können. Dabei
handelt es sich um das Alkaloid Batrachotoxin, eine Substanz, die zu
den wirksamsten Giften überhaupt gehört. Es wirkt, wenn es in die Blutbahn
gerät, vor allem auf Nerven und Muskeln. Es unterbricht die Reizleitung
und ruft Lähmungserscheinungen am Körper sowie der Atemorgane hervor.
Auf gesunder Haut zeigt es keine Wirkung, verursacht jedoch bei der
kleinsten Hautverletzung einen starken, lang anhaltenden Schmerz. Die
größte Menge des Giftes produziert der "schreckliche Pfeilgiftfrosch",
Phyllobates terribilis. Er besitzt auf seiner Haut genug Batrachotoxin,
um 10 erwachsene Menschen zu töten. Die eigentliche Rolle der Gifte
von Amphibien ist der Schutz gegen Bakterien und Pilze, die auf der
immer feuchten Haut ansonsten optimale Wachstumsbedingungen vorfinden
würden. Die Hautgifte wirken besonders gut gegen die Erreger, die im
Biotop der jeweiligen Amphibienart vorkommen. Dennoch braucht man sich
als Terrarianer normalerweise keine Gedanken zu machen. In Gefangenschaft
aufgezogene Pfeilgiftfrösche sind ungiftig! Jedenfalls sind sie nicht
giftiger wie einheimische Frösche. Wildfänge verlieren ihre Giftigkeit
jedoch sehr langsam, da die Frösche bei der täglichen Häutung, ihre
alte Haut auffressen und somit das Gift erneut aufnehmen. Aus diesem
Grund sollte man sich nur Tiere zulegen, dessen Herkunft bekannt und
auch wirklich gesichert ist. Ein angeblich nachgezüchteter Pfeilgiftfrosch,
der sich später jedoch als giftiger Wildfang entpuppt, ist keine wirkliche
Bereicherung. Inzwischen ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die
Tiere zur Einlagerung ihres Giftes bestimmte Nahrungskomponenten benötigen,
welche wir natürlich nicht füttern. Aus welchen Insekten genau die Frösche
in der Natur ihre Gifte beziehen und wie sie sich selber dagegen schützen,
ist aber noch nicht vollständig erforscht. Vermutet werden jedoch Käfer
der Gattung Choresine aus der Familie Melyridae. Die Vorkommensdichte
dieser Käfergattung wurde mit der Giftigkeit der dort lebenden Pfeilgiftfrösche
verglichen und gewisse Parallelen entdeckt. In Kolumbien verwenden Chocó-Indianer
Batrachotoxin, welches übrigens sehr lange haltbar ist, als Pfeilgift
für Blasrohre wodurch die Frösche ihren Namen erhielten.
Kleines Bild oben rechts: Weitestgehend
unbekannt als Terrarientier und entsprechend selten gezüchtet, wird
die orange Variante Dendrobates leucomelas "Britisch-Guayana". Wer ein
solches Exemplar besitzt und/oder mehr darüber zu berichten weiss, sollte
unbedingt Kontakt mit mir aufnehmen.
Schutzstatus:
Dendrobates leucomelas wird im Anhang II des Washingtoner Artenschutzgesetzes
gelistet bzw. Anhang B der EU-ArtSchVO(EG).
Cites Bescheinigung bei Wildfängen oder,
vom Verkäufer ausgestellten Herkunftsnachweis z.B. bei Nachzuchten.
Daraus ergibt sich, dass die neu erworbenen Dendrobaten innerhalb von
14 Tagen bei der zuständigen Behörde (z.B. Untere Landschaftsbehörde)
unter Vorlage der Cites oder des Herkunftsnachweises gemeldet werden
müssen. Auch alle späteren Nachzuchten, Bestandsänderungen durch Abgabe
oder Tod müssen der Behörde sofort gemeldet werden. Die Anmeldung bei
den Behörden ist kostenlos. Leider werden noch immer illegale Wildfänge
im Handel und besonders auf Messen und Börsen verkauft. Die Dunkelziffer
ist wie immer deutlich höher, wie zugegeben wird. Dieser Umstand liegt
im gesunden Schlaf der zuständigen Behörden begründet. Kaufen Sie daher
nur bei einem Züchter, dessen Zuchtanlage Sie selber gesehen haben und
von dessen fachlichen Kompetenz Sie sich selber überzeugen konnten.
Lassen Sie sich die Elterntiere sowie weitere Quappen oder Gelege zeigen.
Prüfen Sie alle Angaben auf Plausibilität. "DIE FRÖSCHE HABE ICH SELBER
GEZÜCHTET" -kann jeder behaupten, der auch skrupellos genug ist, einen
gefälschten Herkunftsnachweis auszustellen.
Die Haltung von Dendrobates leucomelas im Terrarium:
Ich
halte meine Frösche in dicht bewachsenen Terrarien bei einer Luftfeuchtigkeit
um 80%. Nachts steigt diese auf über 90% an. Dieses erreiche ich durch
langsames Überfluten der gesamten mit Xaxim beklebten Rückwand. Nachts
wird die Pumpe zusammen mit dem Licht ausgeschaltet. Dadurch trocknet
das Xaxim ab und darauf wachsende Pflanzen fangen nicht an zu faulen.
Springschwänze nutzen übrigens die Nachtstunden um die Rückwand sauber
zu fressen. Dieses beobachtete ich, als ich nachts mit einer Taschenlampe
ein Terrarium nach den Schlafplätzen meiner Frösche durchleuchtete.
Die Temperaturen bewegen sich tagsüber um 27°C in mittlerer Höhe gemessen
und fallen in der Nacht auf 22°C ab. Diese Temperaturen erreiche ich
ausschließlich über 3 St. T5 Leuchtstoffröhren, die über eine Zeitschaltuhr
12 Std. eingeschaltet werden. Im Winter gönne ich den Fröschen eine
Ruhephase von 3 Monaten, indem ich die Beleuchtungsdauer auf 11 Std.
und die Temperaturen durch Ausschalten einer Leuchtstoffröhre um 2-3°C
reduziere. Die Belüftung erfolgt über zwei PC-Lüfter im oberen Deckelbereich,
die ebenfalls über die Schaltuhr der Beleuchtung eingeschaltet werden.
Diese laufen sehr langsam und schaufeln so die warme Luft der Leuchtstoffröhren
nach unten gegen die Frontscheibe. Dadurch trocknet am Morgen die durch
die hohe Luftfeuchtigkeit der Nachtstunden noch beschlagene Scheibe
sehr schnell ab. Zur Zeit experimentiere ich mit ganzflächig beheizbarem
Glas ohne Heizdrähte. Beschlagene Scheiben gehören auch bei 95% Luftfeuchtigkeit
nun der Vergangenheit an. Auch wenn ein gut eingefahrenes Terrarium
nur eine geringe Geruchsbelästigung darstellt, so lässt sich die Raumluft,
durch ein am Lüftungsgitter aufgehängter Kaffee-Pad, doch deutlich verbessern.
Durch die enorme Oberfläche von Kaffeepulver, ist es in der Lage wochenlang
Gerüche zu absorbieren.
Regenanlage? Fehlanzeige!
Auch ein Vernebler kommt nicht zum Einsatz. Da ist gute alte Handarbeit
gefragt. Mit einer Sprühflasche wird jedes Terrarium individuell mit
Regen versorgt. In keinem Regenwald der Welt gibt es jeden Tag um die
gleiche Zeit die gleiche Menge Niederschlag. Dendrobates leucomelas
mag eine hohe Luftfeuchtigkeit, aber kein ewig nasses Umfeld. Ein gut
Wasser speicherndes Bodensubstrat und eine sehr üppige Bepflanzung sorgen
automatisch für ein ideales und auch abwechslungsreiches Klima ohne
nasse Oberflächen. Eine abgetrocknete Oberfläche erwärmt sich auch besser
wie eine nasse. Zwischen feucht und nass liegen ganze Welten und auch
der Schlüssel zu mehr Erfolg. In meinen Terrarien wird man nie Bauschaum,
Styropor oder andere nicht saugfähige Materialien finden. Saugfähiges
Volumen ist zwar sehr schwer - aber wir wollen unsere Terrarien schließlich
nicht durch die Wohnung tragen, sondern harmonisch in unsere Wohnlandschaft
fest installieren. In dem Moment, wo wir alles automatisieren, sind
wir Technikfreaks und keine Froschhalter mehr. Die Froschhaltung bringt
so viel Arbeit mit sich, dass es auf ein bisschen Sprühen nicht ankommt.
Man möchte sein Hobby schließlich ausleben. Ich bin aber auch nur ein
kleiner Züchter mit nur wenigen Becken und achte sehr darauf, dass mein
Hobby nicht in ein Sammelsurium mit zahllosen Terrarien und Froscharten
ausartet. Dieses halte ich für wichtig, da man ansonsten den Überblick
verliert und die Qualität darunter doch stark leidet. Ein gut funktionierendes
Terrarium übersteht auch locker eine 14-tägige Urlaubsreise, ohne Verwandte
und Bekannte bitten zu müssen, nach dem Rechten zu sehen.
Futter und Fütterung: Die eigene Futtertierzucht oder
Lebendfutter aus der freien Natur?
Gefüttert werden meine Pfeilgiftfrösche mit unterschiedlichen
Arten von Fruchtfliegen (Drosophila) und dessen Maden, Erbsenblattläuse,
Tripse, Springschwänze, Ofenfischchen, mikro- Heimchen oder Grillen,
tropische Asseln sowie Weizenkäfer und Bohnenkäfer aus der eigenen Zucht.
In den frostfreien Monaten füttere ich zusätzlich, soweit vorhanden,
täglich mit Wiesenplankton, Bodeninsekten, Milben und Blattläuse aus
der freien Natur. Aber dazu komme ich weiter unten noch ausführlich
zu sprechen.
Vitamin
und Mineralstoffpulver?
Auch hier Fehlanzeige! Wichtiger wie eingestäubte und dadurch immer
gleich schmeckende Futtertiere sind abwechslungsreiche und gesunde Futtertiere.
Kein in der freien Natur lebender Pfeilgiftfrosch frisst am Tag X nur
Springschwänze und am Tag darauf nur Fruchtfliegen. Meine Tiere erhalten
täglich alle zur Verfügung stehenden Futtertiere. So finden meine Frösche
mal ein Ofenfischchen, gefolgt von einer kleinen Spinne und als nächstes
vielleicht einen Bohnenkäfer oder eine Erbsenblattlaus. Alle Futtertiere
werden gesamtflächig im Terrarium verteilt angeboten und zum Teil sogar
im Terrarium nachgezüchtet. Dadurch streifen meine Tiere den ganzen
Tag durch ihr Zuhause und sind mit der Futtersuche beschäftigt. Aber
um auf das Thema Vitamin und Mineralstoffpulver noch einmal zurückzukommen.
Ich bin mir auch darüber im Klaren, dass in Großstätten lebende Froschhalter
nicht die Möglichkeiten wie ich Landei haben, immer ausreichend unbelastetes
Wiesenplankton zu finden.
Deshalb mein Tipp:
An Stelle die Futtertiere zu bestäuben, können Sie Taufliegen (Drosophilidae)
auch Frucht-, Obst-, Gär-, Most- oder Essigfliegen genannt, über den
Nährbrei mit Vitaminen und Mineralien anreichern. Ich verwende verschiedene
Nährbreie für meine Fruchtfliegenzucht. So erhalte ich, übertrieben
gesagt, Fruchtfliegen mit z.B. Bananengeschmack, Traubengeschmack oder
saure mit Essig/Weingeschmack. Zur Zeit experimentiere ich sehr erfolgreich
mit probiotischem Joghurt. Probiotische Zellkulturen und Bakterien haben
auf junge Dendrobaten einen nicht unerheblichen Einfluss auf die:
Bekämpfung von krankmachenden Bakterien,
Anbindung und Isolation von Giftstoffen,
Bildung von Vitamin-B Komplexen,
Immunitätssteigerung durch Bildung von Immunoglobulin und Interferon.
Über die Fruchtfliegen lassen sich so ziemlich alle erdenklichen Stoffe
auf die Frösche transportieren. Dabei sollte man wissen, dass am 3.
Fütterungstag der höchste Anteil der aufgenommenen Stoffe erreicht ist
und die Fruchtfliegen verfüttert werden können. Fruchtfliegen lassen
sich übrigens prima dosiert und über den gesamten Tag hin verteilt,
über einen möglichst kurzen Schlauch von der Zuchtdose aus, ins Terrarium
schleusen. Diese Methode wende ich nicht wegen der Arbeitserleichterung
an, sondern weil ich dadurch permanent ein Futterangebot realisieren
kann. Alle Futtertiere, die ich selber züchte, erhalten ebenfalls nur
das Beste an Futter und werden mit der gleichen Aufmerksamkeit gezüchtet
wie meine Frösche.
Lebendfutter aus der freien Natur.
Sie werden sich sicherlich die Frage stellen: „Wie schafft man es nur,
diese großen Mengen an Futter zu fangen?”. Dazu bediene ich mich einer
alten und vielleicht auch in Vergessenheit geratenen Technik. Ich verwende
einen großen Metalleimer in dessen Boden ich ein Edelstahlgitter mit
einer Maschenweite
von nur 2 mm einklebe. Dieser Eimer wird mit feuchter Walderde, Moosplatten,
Baumrinde oder Laub gefüllt. Es ist sehr wichtig nur die obere Bodenschicht,
in denen sich vermehrt die Insekten aufhalten, zu verwenden. Nun stelle
ich diesen Eimer über einen geeigneten und dicht abschließenden Auffangbehälter
mit feuchter Holzwolle, wo sich die Insekten sammeln können. Eine über
dem Eimer hängende Wärmelampe trocknet die Walderde nun langsam von
oben nach unten aus. Die in der Walderde lebenden Futterinsekten wandern
auf der Suche nach Feuchtigkeit immer weiter nach unten und fallen schließlich
in den Auffangbehälter. Durch die geringe Maschenweite, können nur Futterinsekten
in den Auffangbehälter fallen, die auch für uns als Futter in Frage
kommen. Sie werden staunen, wie viel Leben in nur 10 Liter Walderde
vorzufinden ist. Selbst in den Wintermonaten können beachtliche Mengen
Lebendfutter unterschiedlichster Art auf diese Weise gefangen werden.
Auch wenn mit bloßem Auge die Ausbeute gering zu sein scheint, der Anteil
an mikro- Kleinstfutter ist beachtlich und von unschätzbarem Wert. Junge
Kellerasseln, die ebenfalls durch die Maschen hindurch finden, werden
entgegen der weitläufig verbreiteten Meinung in Fachkreisen, durchaus
von den Pfeilgiftfröschen angenommen und können verfüttert werden. Frösche,
die mit einem breiten Futterspektrum versorgt werden, zeigen eine deutlich
höhere Futterakzeptanz wie jene, die nur Drosophila und Springschwänze
kennen. Im Waldboden leben über 2.000 Arten Springschwänze oder Collembolen
sowie unzählige Arten von Larven, Käfer, Spinnen, Hundert- und Tausendfüssler,
welche allesamt gerne gefressen werden. Diskussionen über die Verträglichkeit
einzelner Futtertiere, wie man sie in Foren im Internet immer wieder
vorfindet, lassen bei mir die Nackenhaare steigen. Da wird von Darmvorfällen
gesprochen, weil der Panzer vom Käfer zu hart oder der Wurm zu weich
war. Wer passt in der Natur eigentlich darauf auf, dass der Frosch das
richtige frisst? Ein, an ein breites Futterspektrum gewöhnter Pfeilgiftfrosch,
bekommt keine Darmvorfälle. Nur einseitig ernährte Tiere bekommen bei
plötzlichem Futterwechsel Probleme. In solchen Fällen sollte ein langsames
umgewöhnen stattfinden. Wöchentlich ein mit Moos bewachsenes Stück Baumrinde
zum absuchen, ist ein guter Anfang zu einer ausgewogenen Ernährung und
sollte langsam gesteigert bzw. erweitert werden.
Wiesenplankton
Große Mengen Wiesenplankton fängt man an sonnigen Tagen mit dem Auto!
Ich halte dazu einfach einen langen und geeigneten Käscher aus dem geöffneten
Fenster und streife diesen bei 20 bis 30 KM/h über die Grasnarbe am
Wegesrand ab. Verwenden Sie aber nur selten befahrene und chemisch unbelastete
Landwirtschaftswege ab. Beachten Sie bitte auch die Naturschutzbestimmungen.
Nicht alle Insekten dürfen gefangen und verfüttert werden. Wir wollen
schließlich keinen Ärger!
Die eigene Futtertierzucht.
Ohne eine eigene Futtertierzucht geht es in der Pfeilgiftfroschhaltung
natürlich nicht. In den Wintermonaten sind Futtertiere in Zoofachgeschäften
teilweise
wochenlang
nicht erhältlich, da sie bei starkem Frost nur ungern verschickt werden
und selbst Händler dadurch keine Wahre erhalten. Dann ist eine gut funktionierende
Futtertierzucht Gold wert. Ich züchte meine Futtertiere zum größten
Teil in umgebaute, sehr hohe Kühlschränke, welche nun als Wärmeschränke
dienen. Eine handelsübliche Elektroheizung mit Thermostat aber ohne
Gebläse in jedem Schrank, sorgt für ein enormes Temperaturgefälle. Während
im unteren Bereich Temperaturen um 22°C herrschen, sorgt die aufsteigende
warme Luft dafür, dass sich im oberen Bereich Temperaturen um 40°C bilden.
Dort lassen sich in großen dunklen Kunststoffboxen hervorragend Ofenfischchen
züchten. Weiter unten, wo sich Temperaturen um 30°C bilden, züchte ich
Bohnenkäfer Grillen und Kornkäfer. Darunter, bei etwa 25°C, lassen sich
Springschwänze und tropische Asseln züchten. Der Bereich zwischen 22°C
- 24°C ist für die Fruchtfliegenzucht reserviert. Dort lassen sich auch
Tripse nachzüchten. In diesem Bereich habe ich auch zwei Energiesparlampen
mit Reflektor montiert, welche über eine Zeitschaltuhr 16 Stunden eingeschaltet
werden. Diese versorgen meine darunter platzierten Erbsenpflanzen mit
ausreichend Licht für meine Blattlauszucht. Durch die enorme Isolation
von Kühlschränken, wird nur sehr wenig Energie verbraucht und ist dadurch
äußerst effektiv. Dieses Verfahren funktioniert aber nur in kühlen Kellerräumen,
wo die Temperaturen auch in den Sommermonaten nicht über 18°C steigen,
- da die Elektroheizung sich sonst nicht häufig genug einschaltet und
dadurch die hohen Temperaturen im oberen Bereich nicht erreicht werden
können. Ein zweiter Thermostat im oberen Bereich sorgt bei 50°C für
eine Zwangsabschaltung des gesamten Stromkreises. Dadurch wird ein Überhitzen
vermieden und sorgt so für mehr Sicherheit.
Bild links: In einem umgebauten Kühlschrank lassen
sich optimale Temperaturen für die eigene Futtertierzucht schaffen.
Genaue Zuchtanleitungen der einzelnen Futtertiere möchte ich zu einem
späteren Zeitpunkt in einem gesonderten Bericht anbieten. Bis dahin
müssen leider die ewig vererbten und dadurch teilweise hartnäckigen
Lügen im Internet ausreichen. Nein, - Spaß bei Seite. So schlecht sind
die im Internet angebotenen Zuchtanleitungen natürlich nicht. Sie ähneln
sich nur teilweise im Wortlaut wie ein Ei dem Anderen. Da fragt man
sich, warum man eigene Worte finden soll, die sich Jahrzehnte lang ungeprüft
im Netz vermehren und andere Seiten schmücken.
Naturnahe Aufzucht der Kaulquappen:
Die Quappenaufzucht erfolgt soweit es möglich ist,
unter Einwirkung von Tageslicht in zuvor behandeltem Regenwasser. Zusammen
mit einer ausgewogenen Ernährung entwickeln sich so kräftige und gesunde
Jungfrösche. Nach der Metamorphose werden die jungen Pfeilgiftfrösche
täglich mit Wiesenplankton, Springschwänzen, Fruchtfliegen, Erbsenblattläuse,
Kornkäfer und Ofenfischchen aus der eigenen Futtertierzucht gefüttert.
In den Sommermonaten wird fast ausschließlich Wiesenplankton angeboten.
Dieses erhöht auch bei den Zuchttieren die Lebensgeister und die Qualität
der Gelege. Die konsequente naturnahe Aufzucht belohnt mich mit einer
Zucht fast ohne Ausfälle. Qualität ist eben auch Quantität. Zum Thema
Streichholzbeinchen kann ich keinen besonderen Beitrag leisten, da meine
Nachzuchten keine haben. Ich möchte aber die Vermutung ausstoßen, dass
es unter anderem mit der gesunden Ernährung meiner Zuchttiere und deren
Quappen zu tun haben könnte. Auch bei Dendrobaten gilt, "JEDER IST,
WAS ER ISST". Dass dieses auch für selbst gezüchtete Futtertiere gilt,
habe ich weiter oben bereits erwähnt und würde, aufgrund der Bedeutsamkeit,
es weiter unten gerne noch einmal tun.
Bild links: Kleine Mini-Biotope. In stark bewachsene Aufzuchtbecher
bleibt das Wasser lange Zeit stabil. In Einzelfällen kann
auf ein Wasserwechsel gänzlich verzichtet werden. Die Quappen
wachsen aufgrund der Versteckmöglichkeiten stressfrei auf und haben
ein deutlich besseres Futterangebot. Nach der Metamorphose hebe ich
solche wertvollen Becher für spätere Quappen auf. Bild rechts: Nach 80 bis 100 Tagen geht der fertige Pfeilgiftfrosch
an Land. Er besitzt bereits eine ausgeprägte Färbung, welche sich aber
in den nächsten Monaten noch verschönert.
Die Aufzucht der Quappen von Dendrobates leucomelas:
Die Eiablage findet bei meinen Fröschen immer in
kleinen Filmdosen statt, welche ich im gesamten Terrarium verteilt anbiete.
Bei Dendrobates leucomelas
besteht
die Gefahr, dass sie ihr Gelege nach einiger Zeit selbst zerstören oder
auffressen. Deshalb entnehme ich das Gelege einige Stunden nach der
Eiablage aus dem Terrarium. Gelegentlich überlasse ich auch kleine Gelege
den Fröschen, damit sie ihre Brutpflege nicht verlernen. Nach der Entnahme
der Eier schiebe ich das Gelege mit einem Löffel vorsichtig aus der
Filmdose heraus und überführe es in einen Kunststoffbecher. Dort entferne
ich vollständig und sehr vorsichtig die überschüssige Gallerte. Diese
würde sonst das weitere Aufquellen der Eier behindern und die Quappen
hätten weniger Platz für ihre Entwicklung. Nun gebe ich soviel Regenwasser
in den Becher, dass die Eier gut umspült sind aber nicht überflutet
werden. Ein wenig Javamoos und ein heller Standort erhöht den Sauerstoffgehalt
im Wasser und baut Schadstoffe ab. Dieser Sauerstoff diffundiert durch
die Eihüllen hindurch und steht den heranwachsenden Larven zur Verfügung.
Ein leicht aufgelegter Deckel mit kleinen Löchern verhindert ein zu
schnelles Austrocknen. Der Wasserstand muss aber dennoch regelmäßig
geprüft und korrigiert werden. Bei zu niedrigem Wasserstand werden die
Eier an der aus dem Wasser herausschauenden Oberfläche zäh und können
nicht weiter aufquellen. Bei Bedarf kann man den Quappen auch Schlupfhilfe
leisten, indem man die Eihülle vorsichtig mit zwei Stecknadeln auseinander
zieht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man Frühchen besser helfen
kann wie Spätzünder, die zu lange in der Eihülle steckten und unter
Sauerstoffmangel litten. Wenn sich die Außenkiemen schon im Ei zurückbilden,
ist es höchste Zeit für eine Schlupfhilfe. Auch das Männchen würde durch
die starken Bewegungen der Quappen angeregt, durch trampelnde Bewegungen
eine Art Schlupfhilfe leisten.
Bild oben: Ein Gelege mit 6 Eiern in einer Filmdose.
Nach dem Schlüpfen der Quappen,
werden sie in kleine Aufzuchtanlagen überführt. Der Wasserstand beträgt
in den ersten 3 Tagen nur 1 cm. Danach wird dieser täglich um wenige
mm erhöht.
Sobald die Quappen zu groß geworden sind, werden sie noch einmal in
250 ml. Plastikdosen, welche bereits mit Regenwasser, ein Buchenblatt,
Moos, Muschelkalk und Algen im Freien gestanden haben, überführt. Dadurch,
dass die Becher einige Tage im Freien standen, haben sich an den Wandungen
Algen und Bakterienkulturen gebildet, welche sich wieder positiv auf
die nachembryonale Entwicklung der Quappen auswirken. Muschelkalk, Moos
und Buchenblätter stabilisieren das Wasser so sehr, dass nur noch
sehr selten ein Wasserwechsel nötig ist. Das dazu verwendete Regenwasser
wird ebenfalls im Vorfeld mit den oben erwähnten stabilisierend wirkenden
Maßnahmen vorbehandelt. Gefüttert wird in den ersten Tagen mit Mulm,
Algen und selbst hergestelltem Brennnesselpulver. Nach etwa 4 Tagen
wird mit einem sehr guten Granulatfutter für Diskusfische zugefüttert.
Ab dem 7. Tag füttere ich zusätzlich mit Lebendfutter. Dabei schöpfe
ich die Wasseroberfläche meiner Regentonne nach Mückenlarven und auf
der Wasseroberfläche liegende (auch tote) Fluginsekten ab. Dabei haben
sich ertrunkene Fluginsekten als besondere Leckerbissen erwiesen. Besonders
aufgeweichte Wespen werden gerne gefressen. Man sollte aber keine mit
Fischen besetzten Teiche abschöpfen, da Fische oft an Pilz leiden und
unsere Quappen befallen können. Ich habe diese Erfahrung selber gemacht
und nur durch konsequente Entsorgung aller, mit dem Wasser in Berührung
gekommenen Gegenstände und Quappen, wieder in den Griff bekommen.
Naturnahe Aufzucht kann eben auch der natürliche Tod sein.
Ich verwende daher nur meine eigenen Regentonnen, die ich selber zu
100 Prozent kontrolliere. Wo ich gerade bei Regenwasser bin. Regenwasser
ist nicht gleich Regenwasser. Die ersten Liter nach einer langen Trockenzeit
enthalten besonders im Frühjahr einen hohen Anteil an Blütenpollen.
Diese sind ein hervorragendes Aufzuchtfutter für frisch geschlüpfte
Quappen und wird von mir in separate Kanister abgefüllt. Leider ist
die Haltbarkeit sehr begrenzt. Man kann aber auf der Oberfläche schwimmende
Pollen abschöpfen und trocknen lassen. Diese halten sich einige Wochen.
Ist die Luft einmal sauber geregnet, erhalten wir sehr sauberes Regenwasser,
welches ich zur Überbrückung von Trockenzeiten in Kanister abfülle.
Ich werfe immer noch ein Stück Muschelkalk und ein Buchenblatt in den
Kanister. Buchenblätter versauern das Wasser nicht so stark wie Eichenblätter,
welche ebenfalls oft als geeignet beschrieben werden.
Als ergänzende Futterquelle,
haben sich Walnussbaumblätter bestens bewährt. Sie werden von den Kaulquappen
gerne abgeraspelt und haben zudem eine starke antibakterielle sowie
fungizide Wirkung. Sogar Wasserschimmel (Saprolegnien / Fischschimmel),
welcher bei niedrigen Temperaturen gerne auf Futterresten entsteht und
auf die Kaulquappen übergreifen kann, lässt sich mit Walnussblättern
unterdrücken und in Zusammenhang mit Zimtstangen aus dem Reformhaus
und hohen Temperaturen um die 30°C gut und erfolgreich behandeln. Grundsätzlich
sind Pilzinfektionen bei Kaulquappen immer die Folge irgendeiner vorangegangenen
Schädigung, sei es nun eine Verletzung, eine Hautschädigung durch Parasiten
oder eine umweltbedingte Störung wie Wasserqualität, Temperatur oder
eingeschleppte schon mit Saprolegnien befallene Pflanzen und Tiere.
Wer selber nicht die Gelegenheit hat, die noch grünen Blätter des Walnussbaumes
im Herbst zu sammeln und zu trocknen, der kann auch welche bei mir bestellen.
Häufig verpilzen junge Kaulquappen an, im Schlund hängen gebliebene
Futterreste. Deshalb füttere ich in den ersten zwei Wochen nur kleinstes
Futtermaterial und Mulm welches sich auf Buchenblätter gebildet hat.
Dieser Mulm besteht zu einem großen Teil aus Mikroorganismen (Einzellern),
Bakterien und Spurenelementen. Es bietet eine ideale Siedlungsfläche
für Nitrobacter (Nitratbakterien) die Schadstoffe abbauen und dadurch
das Wasser weiter stabilisieren. Wichtig dabei ist, ein hoher Sauerstoffanteil
im Wasser, welcher sich mit Moos und einer hellen Umgebung verwirklichen
lässt, da es sonst zu Fäulnisbildung kommt.
Bilder oben von links nach rechts. Bild 1: Ein frisches
Gelege von D. leucomelas. Bild 2: Nach etwa 10 Tagen haben sie dieses
Stadium erreicht. Bild 3: Nach etwa 16 Tagen schlüpfen die 2 cm großen
Quappen. Bild 4: Eine Quappe dessen Hinterbeine voll entwickelt sind.
Die Umfärbung hat begonnen.
Bild oben links: Nach gut 90 Tagen
haben sich auch die Vorderbeine entwickelt und die Umfärbung ist in
vollem Gang. Bild oben rechts: Nach dem Landgang überführe ich die jungen
Dendrobaten in dicht bewachsene und stark mit Springschwänzen angeimpfte
Aufzuchtterrarien.
Sobald die Vorderbeine der Dendrobaten entwickelt sind,
senke ich den Wasserstand auf etwa 3 cm und gebe noch einen, aus dem
Wasser ragenden Stein als Ausstiegshilfe hinein. Ab diesem Zeitpunkt
frisst die Quappe nur noch etwa 2-3 Tage. Danach resorbiert sie innerhalb
weniger Tage ihren Schwanz und die Mundpartie verändert sich zu dem
froschtypischen Maul. Kurz vor dem anstehenden Landgang übergebe ich
den Becher in ein gut bewachsenes und stark mit Springschwänzen angeimpftes
Aufzuchtterrarium. In solch stark bepflanzten Terrarien wachsen die
Jungfrösche deutlich schneller heran wie in sterilen Kleinstterrarien.
Der deutlich höhere Anteil an Mikro-Kleinstfutter und der geringere
Stress dürften dafür verantwortlich sein. In den ersten Tagen bleiben
die Jungtiere noch in Wassernähe um bei Gefahr schnell abtauchen zu
können. Aber nach und nach entfernen sie sich immer weiter von ihrer
vertrauten Umgebung und suchen schließlich im gesamten Terrarium nach
Futter, guten Verstecklätzen und Aussichtspunkten.
Die weitere Pflege der Jungfrösche unterscheidet sich kaum von den erwachsenen
Tieren. Zusätzlich zu den immer vorhandenen Springschwänzen füttere
ich täglich mit Fruchtfliegen, Tripse, (Werden auch als Gewitterwürmchen
oder Gewitterfliegen bezeichnet.) sowie Kornkäfer (Sitophilus granarius)
und frisch geschlüpfte Ofenfischchen. Außerdem füttere ich mit Wiesenplankton,
kleinen Spinnen, Milben und Blattläusen. Letztere lassen sich hervorragend
mit einer Taubenfeder von Rosen und Disteln in einen kleinen Becher
abfedern. Erbsenblattläuse lassen sich auch gut und in großen Mengen
selber züchten. Da Blattläuse geradezu mit Pflanzensäften voll gesogen
sind, enthalten diese viele Vitamine und sind deshalb als sehr wertvoll
Anzusehen. Von Zeit zu Zeit lege ich ein aus der Natur entnommenes Stück
Baumrinde in das Aufzuchtterrarium. Dieses wird geduldig von den Fröschen
nach Kleinsttieren abgesucht. Diese simple Methode stellt eine enorme
Futtererweiterung dar, welche durch kein Vitaminpulver der Welt ersetzt
werden kann. Nach zirka 10 Monaten werden die weiblichen Frösche geschlechtsreif
und fangen an selber Gelege zu produzieren. Die ersten Gelege von Dendrobates
leucomelas sind allerdings oft von minderer Qualität oder unbefruchtet
und verpilzen daher. Überhaupt ist es nicht leicht ein legendes Pärchen
zusammenzustellen. Auch ein bereits legendes Pärchen kann die Produktion
ohne erkennbaren Grund Monate lang einstellen. Häufig sind es für uns
nur kleine Veränderungen im Terrarium, die solche Verhaltensänderungen
nach sich ziehen. Bei aller Experimentierfreude, Dinge die einmal gut
funktionieren, sollten nicht unnötig verändert werden.
Die Abgabe:
Ich gebe meine Dendrobates leucomelas ab dem 4. Monat nach dem Landgang
nur an gut vorbereitete Halter ab. Unerfahrene Halter bekommen bei mir
die
Gelegenheit, nach telefonischer Absprache sich einmal bei mir alles
anzuschauen und sich alles genau erklären zu lassen. Manche Dinge muss
man eben einmal gesehen haben, um sie zu verstehen. Danach schicke ich
sie wieder nach Hause! Denn, sie haben in der Regel noch eine Menge
Dinge zu erledigen, bevor Sie in der Lage sind, diese wunderschönen
Pfeilgiftfrösche artgerecht und gesund zu halten. Einige, die gesehen
haben, wie viel Arbeit in der Froschhaltung und der damit verbundenen
Futtertierzucht steckt, überdenken die Anschaffung dieser Tiere noch
einmal. Eine, wie ich finde, lobenswerte Einstellung. Im Internet und
Zoohandlungen wird bei einigen Arten von Pfeilgiftfröschen auch oft
von „Anfängerfröschen” gesprochen. Es gibt keine Pfeilgiftfrösche für
Anfänger! Es gibt Pfeilgiftfrösche mit denen man anfängt. Aber bitte
nicht als Anfänger. Seltene Farbmorphen, wie der Dendrobates leucomelas
"Britisch-Guayana", sind viel zu wertvoll um sie aus einem Spontankauf
heraus zu erwerben. Wer aber Feuer an Dendrobatidae gefangen hat, kommt
von den Juwelen des Regenwaldes und der damit verbundenen Faszination
nicht mehr los. Bild oben: Verschiedene Farbmorphen sind bekannt:
Sehr selten ist dieser Dendrobates leucomelas "Britisch-Guayana". Er
sieht der grünen Variante Dendrobates leucomelas "Cerro Autana" sehr
ähnlich, ist aber nicht so blass gelb bis grün, -sondern orange gefärbt.
Wenn Sie
Fragen oder Interesse an Dendrobates leucomelas haben, scheuen Sie sich
nicht, mir eine
Nachricht Verkauf: Hier gelangen Sie zum Kontaktformular. zu schicken. Es gibt keine dummen Fragen,
wenn sie denn ernsthaft gestellt werden.
Kurze Aufnahmen über die Aufzucht von Dendrobates leucomelas.
Sehen Sie hier noch ein paar kurze Videos von meiner Quappenaufzucht.
Video 1 zeigt meine Quappenstation bei schönem Wetter im Freien. Eine
Plexiglashaube mit Gitter lässt UV-Strahlen hindurch und schützt meine
Zucht vor gefräßigen Vögeln.
Video 2 zeigt Quappen von Dendrobates leucomelas einige Tage vor dem
Schlüpfen. Deutlich sind die Außenkiemen als rote Adern zu erkennen.
Video 3 zeigt eine Quappe, bei der bereits ein Vorderbein durchbrochen
ist. Die Umfärbung der sonst schwarzen Quappen hat bereits begonnen.
Schlusswort:
Wohl wissend,
dass im Internet so ziemlich alles an Texten und Bildern geklaut wird,
möchte ich hiermit ausdrücklich allen erlauben,
bei einem entsprechenden Verweis auf diese Seite, kurze Textausschnitte
und Bilder für die eigene Webseite zu verwenden.
Das Internet lebt durch Verlinkungen untereinander und einige Suchmaschinen
belohnen es sogar. In der freien Natur würde man von einer "Symbiose" sprechen.
Beispiel Quellcode für einen Verweis auf diese Seite:
Ich hoffe,
es hat Ihnen Spaß gemacht, diesen für Sie hoffentlich außergewöhnlichen
Beitrag zu lesen und wünsche Ihnen
und im Namen dieser leider immer noch vom Aussterben bedrohten Tierart
viel Erfolg bei der Haltung und Zucht von
Dendrobates leucomelas. Der gelbgebänderte Baumsteiger.