Dendrobates leucomelas - der gelbgebänderte Pfeilgiftfrosch. Meine Erkenntnisse über deren Haltung und Zucht.

Dendrobates leucomelas - der gelbgebänderte Baumsteiger. Meine Erkenntnisse über deren Haltung und Zucht.

Streifzüge durch den Wald auf der Suche nach Lebendfutter für meine Pfeilgiftfrösche.Liebe Froschfreunde,

über 30 Jahre Erfahrung mit der Haltung und Zucht von Amphibien veranlasst mich heute diese Homepage über Dendrobates leucomelas zu schreiben. Mein Name ist Klaus Kreyerhoff und ich komme aus Borken in NRW. Mein hohes Ziel ist es, eine der informativsten Seiten über Dendrobates leucomelas ins Netz zu stellen. Alle hier vorgestellten Informationen über diesen Pfeilgiftfrosch beruhen auf eigenen jahrelangen Beobachtungen und sind daher nicht wissenschaftlich belegt. Da die Wissenschaft aber wenig über Pfeilgiftfrösche weiß und ich auch kein Wissenschaftler bin, darf ich die Dinge aussprechen, wie ich sie als Züchter dieser Baumsteigerfrösche wahrnehme und interpretiere. Auch Besuche bei den erfolgreichsten Pfeilgiftfroschzüchtern Deutschlands und den Niederlanden haben mich nie dazu bewegt, alles gleich bedingungslos nachzuäffen. - Sondern, mir immer wieder die Frage gestellt: „Wie würde es in der freien Natur ablaufen und wie kann ich dieses so gewonnene Wissen in der Praxis anwenden?” Ich hoffe, Sie bleiben auch nach dem Lesen dieser Seite experimentierfreudig und finden den Tag, an dem Sie Ihr gewonnenes Wissen über Pfeilgiftfrösche veröffentlichen.

Kleines Bild oben: Einer meiner zahlreichen Streifzüge durch den Wald auf der Suche nach Lebendfutter für meine Pfeilgiftfrösche.
Dendrobates leucomelas auf Futtersuche. Eine Erbsenblattlaus soll ihr Opfer werden.Dendrobates leucomelas im Regenwaldterrarium.
Aus eigener Zucht: (Bild links) D. leucomelas bei der Futtersuche. Eine Erbsenblattlaus soll ihr Opfer werden. (Bild rechts) Dendrobates leucomelas "Puerto Ayacucho".

Allgemeines über Dendrobates leucomelas:

Dendrobates leucomelas "Bolivar" Ein Jungtier der genetzten Variante.

Dendrobates leucomelas gehört zu den schönsten Pfeilgiftfröschen aus dem Tinctorius-Komplex. Die Heimat dieser gelb-schwarz gebänderten Baumsteiger ist der tropische Regenwald in Venezuela, Kolumbien und Guyana. Die Farbformen reichen von gelb über orange bis leicht grünlich gebänderten Tieren. Daneben findet sich eine genetzte Farbform, welche von einigen Züchtern durch entsprechende Auswahl der Elterntiere, aus gebänderten Farbformen nachgezüchtet oder besser gesagt, nachempfunden werden. Ich halte von solchen zweifelhaften Maßnahmen überhaupt nichts und lehne dieses ab. Die genetzte Farbform ist in meinen Augen mit Recht eigenständig und sollte es durch lupenreines Züchten auch bleiben. Der tagaktive Pfeilgiftfrosch wird zwischen drei und vier Zentimeter groß, wobei die Männchen gerne etwas kleiner und schlanker bleiben. Diese Pfeilgiftfrösche können im Terrarium bei artgerechter Haltung ein Alter von bis zu 15 Jahren erreichen. Die Geschlechter sind nur schwer auseinander zu halten. Allgemein gilt zwar, dass die Weibchen dieser Dendrobatiden etwas größer und fülliger werden als Männchen, aber wirklich sicher kann man sich erst sein, wenn man das Männchen beim Rufen bzw. das Weibchen beim legen der Eier beobachten kann. Dieser Ruflaut kann als ein relativ lautes und anhaltendes Trillern beschrieben werden. Bei exzellenter Haltung und abwechslungsreicher Fütterung fangen die Männchen bereits nach 4 Monaten, anfangs noch zögerlich und leise, an zu üben. Die Weibchen benötigen bis zur Geschlechtsreife deutlich länger. Erste Gelege kann man ab dem 12. Monat erwarten.

Kleines Bild oben: Dendrobates leucomelas "Bolivar" Ein Jungtier der genetzten Variante.


Ruflaut von Dendrobates leucomelas

Das legebereite Weibchen folgt seinem Ruf und streichelt mit den Forderbeinen seinen Rücken. Nun suchen beide Baumsteigerfrösche stundenlang nach einer geeigneten Legestelle an Land. Nach der Eiablage betreibt das Männchen eine nur schwach ausgeprägte Brutpflege, indem es das Gelege bewässert aber nicht, wie es einige andere Pfeilgiftfroscharten praktizieren, weiter bewacht. Nach dem Schlüpfen der Quappen transportiert das Männchen diese einzeln, auf dem Rücken tragend, in kleine Wasseransammlungen oder in Bromelientrichter, die nicht austrocknen. Von diesem Zeitpunkt an sind die Quappen von Dendrobates leucomelas auf sich allein gestellt. Sie ernähren sich jetzt von Algen, Mulm und Kleinstinsekten. Sollten kleinere oder schwächere Artgenossen vorhanden sein, werden auch diese gnadenlos aufgefressen.

Pfeilgiftfrösche, auch Baumsteigerfrösche genannt und ihre Anschaffung

Leider werden noch immer illegale Wildfänge im Handel und besonders auf Messen und Börsen verkauft. Die Dunkelziffer ist wie immer deutlich höher, wie zugegeben wird. Dieser Umstand liegt im gesunden Schlaf der zuständigen Behörden begründet. Die Tiere sitzen teilweise Tagelang in viel zu kleine Plastikdosen ohne Rückzugsmöglichkeiten und all zu oft ohne Bodensubstrat. Nicht einmal die Temperaturbedingungen der empfindlichen Pfeilgiftfrösche werden berücksichtigt. Der Verkauf der Baumsteigerfrösche geschieht vollkommen unkontrolliert und nicht selten, ohne die erforderlichen Papiere. Es werden in den meisten Fällen noch nicht einmal die Personalien des Verkäufers überprüft, so dass spätere Reklamationen kaum noch möglich sind. Kaufen Sie daher nur bei einem Züchter, dessen Zuchtanlage Sie selber gesehen haben und von dessen fachlichen Kompetenz Sie sich selber überzeugen konnten. Lassen Sie sich die Elterntiere sowie weitere Quappen oder Gelege zeigen. Prüfen Sie alle Angaben auf Plausibilität. "DIE FRÖSCHE HABE ICH SELBER GEZÜCHTET" -kann jeder behaupten, der auch skrupellos genug ist, einen gefälschten Herkunftsnachweis auszustellen. Lassen Sie Züchter mit schlechten Haltungsbedingungen gnadenlos auf ihre Frösche sitzen. Mitleidskäufe sind hier absolut fehl am Platz! Solche Menschen züchten solange weiter, wie sie Absatz finden.

Aber noch wichtiger ist es,
sich selber die Frage zu stellen, ob man in der Lage ist, diese anspruchsvollen Baumsteigerfrösche artgerecht zu halten.

Das Gift:
Wenn man, so wie ich es mache, sich mit Pfeilgiftfröschen befasst, kommt man natürlich um das Thema Gift nicht herum. Pfeilgiftfrösche scheiden durch ihreDendrobates leucomelas British Guyana orange Haut eingelagerte Gifte aus, die je nach Art tödlich sein können. Dabei handelt es sich um das Alkaloid Batrachotoxin, eine Substanz, die zu den wirksamsten Giften überhaupt gehört. Es wirkt, wenn es in die Blutbahn gerät, vor allem auf Nerven und Muskeln. Es unterbricht die Reizleitung und ruft Lähmungserscheinungen am Körper sowie der Atemorgane hervor. Auf gesunder Haut zeigt es keine Wirkung, verursacht jedoch bei der kleinsten Hautverletzung einen starken, lang anhaltenden Schmerz. Die größte Menge des Giftes produziert der "schreckliche Pfeilgiftfrosch", Phyllobates terribilis. Er besitzt auf seiner Haut genug Batrachotoxin, um 10 erwachsene Menschen zu töten. Die eigentliche Rolle der Gifte von Amphibien, so heißt es in der Fachwelt, ist der Schutz gegen Bakterien und Pilze, welche auf der immer feuchten Haut ideale Wachstumsbedingungen vorfinden würden. Die Hautgifte wirken besonders gut gegen die Erreger, die im Biotop der jeweiligen Amphibienart vorkommen. Ich halte diese Annahme in Verbindung mit Pfeilgiftfröschen jedoch für fragwürdig. Weshalb sollte eine Tierart in der Evolutionsgeschichte ein solch starkes und vor allem, ein auf Nerven gerichtetes Gift entwickeln, wenn es nur Bakterien und Pilze abwehren möchte. Da gäbe es weitaus unspektakulärere Möglichkeiten sich zu schützen. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Keimzahl in Tropischen Regenwäldern gegenüber anderen Orten auf unserer Erde erstaunlich gering ist. Ich halte die enorme Giftigkeit mancher Pfeilgiftfroscharten für einen gezielten Angriff auf Fressfeinde, da die sehr hohe Artenvielfalt im Regenwald auch eine hohe Anzahl dieser vermuten lässt. Zumal in Gefangenschaft gehaltene Pfeilgiftfrösche erstaunlich gut mit unseren hohen Keimzahlen zurechtkommen -und dieses, obwohl sie Ihre Giftigkeit verloren haben. Auch andere giftige Tierarten haben ihre Giftigkeit nur zum Schutz vor Fressfeinden entwickelt oder zur Bewältigung großer Beutetiere. Nicht auf dem Speiseplan Anderer zu stehen, ist hier ein klarer Vorteil, der zum sicheren Fortbestand beiträgt. Ein weiteres Indiz für diese Annahme ist die auffällige Färbung der meisten Pfeilgiftfrösche. Eine klare Botschaft an potentielle Fressfeinde, die besagt: "ICH BIN GIFTIG".

Kleines Bild oben rechts: Weitestgehend unbekannt als Terrarientier und entsprechend selten nachgezüchtet, wird die orange Variante Dendrobates leucomelas "British Guyana". Auch hier ist eine deutliche Signalfärbung zu beobachten. Wer ein solches Exemplar besitzt und/oder mehr darüber zu berichten weiß, sollte unbedingt Kontakt mit mir aufnehmen.

Trotz der immensen Giftigkeit
mancher Pfeilgiftfrösche, braucht man sich als Terrarianer normalerweise keine Gedanken zu machen. In Gefangenschaft aufgezogene Pfeilgiftfrösche sind ungiftig! Jedenfalls sind sie nicht giftiger wie einheimische Frösche. Wildfänge verlieren ihre Giftigkeit jedoch sehr langsam, da die Baumsteigerfrösche bei der täglichen Häutung, ihre alte Haut auffressen und somit das Gift erneut aufnehmen. Aus diesem Grund sollte man sich nur Baumsteigerfrösche zulegen, dessen Herkunft bekannt und auch wirklich gesichert ist. Ein angeblich nachgezüchteter Pfeilgiftfrosch, der sich später jedoch als giftiger Wildfang entpuppt, ist keine wirkliche Bereicherung. Inzwischen ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Baumsteigerfrösche zur Einlagerung ihrer Gifte bestimmte Nahrungskomponenten benötigen, welche wir natürlich nicht füttern. Aus welchen Insekten genau die Frösche in der Natur ihre Gifte beziehen und wie sie sich selber dagegen schützen, ist aber noch nicht vollständig erforscht. Vermutet werden jedoch Käfer der Gattung Choresine aus der Familie Melyridae. Die Vorkommensdichte dieser Käfergattung wurde mit der Giftigkeit der dort lebenden Pfeilgiftfrösche verglichen und gewisse Parallelen entdeckt. Auch hier möchte ich meine Zweifel aussprechen. Dieser Käfer ist zumindest für kleine Pfeilgiftfroscharten als Futterinsekt zu groß. Somit erwarte ich für die Zukunft noch weitere Erkenntnisse zu diesem Thema. In Kolumbien verwenden Chocó-Indianer Batrachotoxin, welches übrigens sehr lange haltbar ist, als Pfeilgift für Blasrohre wodurch die Frösche ihren Namen erhielten. Der wissenschaftliche Name "Dendrobates" entstammt den griechischen Wörtern "dendro" = Baum und "bates" = Läufer. "Baumläufer oder Baumsteiger".

Schutzstatus:
Dendrobates leucomelas wird im Anhang II des Washingtoner Artenschutzgesetzes gelistet bzw. Anhang B der EU-ArtSchVO(EG).

| Download: Vorlage Herkunftsnachweis | Download: Vorlage Zu- Abgangsanzeigen |

Daraus ergibt sich, dass die neu erworbenen Dendrobatiden innerhalb von 14 Tagen bei der zuständigen Behörde (z.B. Untere Landschaftsbehörde) unter Vorlage der Cites oder des Herkunftsnachweises gemeldet werden müssen. Auch alle späteren Nachzuchten, Bestandsänderungen durch Abgabe oder Tod müssen der Behörde sofort gemeldet werden. Die Anmeldung bei den Behörden ist kostenlos.

Die Haltung von Dendrobates leucomelas im Terrarium: Regenzeit und Trockenzeit

Die Haltung von Dendrobates leucomelas im Terrarium.Ich halte meine Frösche in dicht bewachsenen Terrarien bei einer Luftfeuchtigkeit um 85% in der Regenzeit. Nachts steigt diese auf über 95% an. Die Rück- und Seitenwände werden aus einer Mischung aus Torf, Holzkohlestaub und Zement gestaltet und ermöglichen aufgrund der porösen Eigenschaft eine gute Bepflanzung mit Ranken, Farnen und Moosen. Ebenso lassen sich Mangrovenwurzeln fest einarbeiten. Diese Zementmischung ist sehr saugfähig, lange haltbar und bestens zu verarbeiten. Mit kleinen Luftballons lassen sich daraus Höhlen gestalten, welche nach dem Aushärten einfach zum Platzen gebracht werden. Ebenso einfach lassen sich Pflanzmulden gestalten die mit einfacher Walderde gefüllt werden. Der Holzkohleanteil macht dieses Substrat sehr fruchtbar und trägt wesentlich zur Begrünung bei. Die Temperaturen bewegen sich tagsüber um 27°C in mittlerer Höhe gemessen und fallen in der Nacht auf 22°C ab. Diese Temperaturen erreiche ich ausschließlich über eine T5 Leuchtstoffröhre sowie einem 35W D2S Xenon-Brenner, welche zeitversetzt über eine Zeitschaltuhr 12,5 Std. eingeschaltet werden. Von Dezember bis März gönne ich den Fröschen eine Ruhephase, indem ich die Beleuchtungsdauer auf 11,5 Std. reduziere aber die Temperaturen sowie die Beleuchtungsintensität durch Zuschalten eines weiteren Xenon-Brenners in der Mittagszeit um weitere 2-3°C erhöhe. Der Einsatz von Xenon-Brenner hat sich bei größeren Becken ab einem Meter Höhe besonders bewährt. Die Lichtwerte sind geradezu sensationell für unsere Zwecke geeignet. Leider sind die technischen Hürden umso größer. Eine Technologie mit 25000 Volt, Temperaturen wie auf der Sonnenoberfläche und über 100 bar Gasdruck im Inneren des Brenners gehören nicht wirklich in ein feuchtwarmes Klima verbaut. Entsprechend hoch sind die Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden und belohnen mich und meine Frösche nun mit einer hervorragenden Ausleuchtung und Wärmestrahlung. Besonders die angenehme Wärmestrahlung sorgt für ein rasches Abtrocknen der Oberflächen nach einem Regenschauer ohne dabei aggressiv auf die Tiere zu wirken. Die Tageslichtähnliche Lichtfarbe liegt bei 4250K und lässt das Terrarium besonders harmonisch aussehen. Ebenso wie die Tiere, sind unsere Terrarienpflanzen auf eine gute, aber nicht übertriebene Beleuchtung angewiesen. Besonders ein Tropenterrarium besticht durch eine üppige Bepflanzung und repräsentiert so, die Königsklasse aller Terrarien. Kein anderes Terrarium kann gestalterisch mit einem Regenwaldterrarium mithalten.

Rotes Licht (630-790nm)
Unsere Pflanzen im Terrarium reagieren besonders auf Rot-Anteile um 630-790nm im Lichtspektrum. Dies liegt daran, dass die Pflanzen über einen Photorezeptor für rotes Licht verfügen. Dabei handelt es sich um ein Rezeptor, das Phytochrom genannt wird und im Plasma der Pflanzenzellen enthalten ist. Rotes Licht wirkt sich in verschiedenster Weise auf die Entwicklung unserer Terrarienpflanzen aus. Wird viel Rotlicht aufgenommen, so wird die Produktion des pflanzlichen Hormons Metatopolin angeregt, wodurch die Pflanzen grün bleiben um Sonnenenergie in Zucker umzuwandeln. Die Blütephase kann einfach verlängert werden, indem man die Pflanzen eine halbe Stunde vor der Dunkelphase Licht mit hohem Rotanteil aussetzt. Ich verwende dazu rote Hochleistungs-Leuchtdioden, die über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden. Diese verbrauchen enorm wenig Strom und sind sehr langlebig.

Blaues Licht (420-480nm)
Außer rotem Licht nehmen die Pflanzen auch blaues Licht um 420-480nm verstärkt wahr. Der Rezeptor für blaues Licht wird Cryptochrom genannt. Viel blaues Licht fördert das Streckungswachstum der Pflanzen. Dadurch werden mehr Seitentriebe gebildet und die Pflanzen bleiben relativ klein und gedrungen. Mit anderen Worten: Viel Blaulicht sorgt für einen erhöhten Stoffwechsel der Pflanzen und fördert die Entwicklung und Formgebung. Das Verhältnis zwischen Rot- und Blaulicht sollte in den Wachstumsphasen etwa 5:1 betragen und kann in Verbindung mit der verwendeten Hauptbeleuchtung am Besten experimentell gefunden werden. Besonders Sonnenauf- und Sonnenuntergang lassen sich durch getrennt gesteuerte Lichtfarben sehr gut nachahmen. Bringen Sie auch, durch abschalten der Hauptbeleuchtung, eine einstündige Dunkelphase am Tage mit ein. In dieser Zeit können die Pflanzen gefährliche Sauerstoffradikale abbauen. In der Natur sind es die Regenwolken die gelegentlich den Himmel verdunkeln. Auch der Verlauf der Sonne sorgt zumindest zeitweise für Schatten. Pflanzen benötigen sicherlich viel Licht aber keine permanente Dauerbestrahlung.

UV-Licht (100 nm - 380 nm)
Ich weiß nicht wer auf das schmale Brett gekommen ist- aber selbst in Fachkreisen geht das hartnäckige Gerücht um, Pfeilgiftfrösche benötigten Leuchtmittel mit UV-Anteil wie sie für Reptilien im Einsatz sind um sich gesund zu entwickeln. Jeder der schon einmal unter der Sonnenbank eingeschlafen ist, wird es besser wissen. Wir reden über 12 Stunden UV-Bestrahlung. Hallo? Das brennt nicht nur auf der Haut, sondern auch im Hirn! Amphibienhaut ist gegenüber Reptilienhaut sehr dünn und reagiert entsprechend empfindlich auf UV Licht. Es handelt sich um Regenwaldbewohner und nicht um Wüstentiere, die sich im Laufe der Evolution an solche Lichtverhältnisse angepasst haben. - Also! - Wie ist das Licht im Wald? An dieser Stelle sollte jeder verstanden haben worauf es ankommt. Es war ein Anfänger, so seine eigene Titulierung zu seinem Fachwissen, der mich darauf brachte dieses Thema mit anzuschneiden. Er zeigte mir Bilder seiner Frösche auf denen helle Hautveränderungen an den Gelenken zu sehen waren. Anfangs dachte er/ich an einer Pilzerkrankung, bis ich nach der Beleuchtung fragte. Es stellte sich heraus, die armen Tiere wurden auf Empfehlung des Verkäufers regelrecht mit UV-Licht gegrillt. Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass die Abgabe von Tieren die unter Anhang B der EU-ArtSchVO(EG) gelistet werden nur erfolgen darf, wenn der Verkäufer den Käufer über die Unterbringung, Ausrüstung und die erforderlichen Praktiken für eine sorgsame Behandlung des Exemplars ausreichend unterrichtet hat. Wie soll sich ein Anfänger richtig verhalten, wenn selbst der Verkäufer falsche Informationen weitergibt.
Reptilienbörsen…! Mehr sage ich nicht.

Die Belüftung,
erfolgt über PC-Lüfter im oberen Deckelbereich, die ebenfalls über die Schaltuhren der Beleuchtung eingeschaltet werden. Diese laufen sehr langsam und schaufeln so die warme Luft der Beleuchtungsanlage nach unten gegen die Frontscheibe. Dadurch trocknet am Morgen die durch die hohe Luftfeuchtigkeit der Nachtstunden noch beschlagene Scheibe sehr schnell ab. Über eine Zufallssteuerung wird mehrmals am Tag/Nacht ein relativ großer Lüfter im Terrarium geschaltet. Dieser sorgt für eine kräftige Luftumwälzung und hält so stickige Bereiche im Terrarium biologisch vital.

Regenanlage? Fehlanzeige!
Auch ein Vernebler kommt nur im Showterrarium zum Einsatz. Da ist gute alte Handarbeit gefragt. Mit einer Sprühflasche wird jedes Terrarium individuell mit Regen versorgt. In keinem Regenwald der Welt gibt es jeden Tag um die gleiche Zeit die gleiche Menge Niederschlag. Dendrobates leucomelas mag eine hohe Luftfeuchtigkeit, aber kein ewig nasses Umfeld. Ein gut Wasser speicherndes Bodensubstrat und eine sehr üppige Bepflanzung sorgen automatisch für ein ideales und auch abwechslungsreiches Klima ohne nasse Oberflächen. Eine abgetrocknete Oberfläche erwärmt sich auch besser wie eine nasse. Zwischen feucht und nass liegen ganze Welten und auch der Schlüssel zu mehr Erfolg. In meinen Terrarien wird man nie Bauschaum, Styropor oder andere nicht saugfähige Materialien finden. Saugfähiges Volumen ist natürlich sehr schwer - aber wir wollen unsere Terrarien nicht durch die Wohnung tragen, sondern harmonisch in unsere Wohnlandschaft fest installieren. In dem Moment, wo wir alles automatisieren, sind wir Technikfreaks und keine Froschhalter mehr. Die Froschhaltung bringt so viel Arbeit mit sich, dass es auf ein bisschen Sprühen nicht ankommt. Man möchte sein Hobby schließlich ausleben. Ich bin aber auch nur ein kleiner Züchter mit nur wenigen Becken und achte sehr darauf, dass mein Hobby nicht in ein Sammelsurium mit zahllosen Terrarien und Froscharten ausartet. Dieses halte ich für wichtig, da man ansonsten den Überblick verliert und die Qualität darunter doch stark leidet. An dieser Stelle möchte ich noch eine hartnäckige Wissenslücke bezüglich Vernebler schließen. Vernebler erhöhen in der Praxis nur in den seltensten Fällen die Luftfeuchtigkeit. Sie erzeugen lediglich kleinste, meist kalte Wassertropfen an denen sich das Wasser aus der tatsächlichen Luftfeuchtigkeit kondensiert und somit die Luftfeuchtigkeit sogar sinkt. Für Moose und andere Terrarienpflanzen ist ein Vernebler, sofern er mit destilliertem Wasser betrieben wird, aber dennoch eine gute Möglichkeit die Konzentration der Nährstoffe zu regulieren. Somit ist ihr Einsatz wie auch der Einsatz einer Regenanlage in Showterrarien bei guter Umsetzung gerechtfertigt.

Das Klima für Dendrobates leucomelas im Tropenterrarium: Temperatur, Licht/Beleuchtung & Luftfeuchtigkeit

Wetterdaten für Puerto Ayacucho   | Quelle: daswetter.net |


Aktuelle Wettervorhersage für Venezuela / Puerto Ayacucho
Das Klima für D. leucomelas

Exemplarisch für den Lebensraum von Dendrobates leucomelas werden oben links die momentan vorherrschenden Klimadaten wie Temperatur, Regen und Luftfeuchtigkeit aus Puerto Ayacucho angezeigt. Verwenden Sie diese Klimadaten als Anhaltspunkt für Ihr Terrarium. Schauen Sie sich einmal im Monat diese Daten an, um die Trocken und Regenzeit besser simulieren zu können. Oben rechts sehen Sie die Klimadaten eines gesamten Jahres. Dabei handelt es sich allerdings um Durchschnittswerte die stark von den Momentanwerten abweichen können. Anhand des Kurvenverlaufs der einzelnen Werte ist die Entwicklung zwischen Trocken- und Regenzeit dennoch sehr gut zu erkennen. Besonders die Sonnenstunden sind in der Trockenzeit, trotz kürzerer Tageslänge, deutlich erhöht. Verwenden Sie auch meinen Beleuchtungsrechner um die genaue Tageslänge besser bestimmen zu können. Dieser Beleuchtungsrechner ermittelt den Sonnenauf- und Sonnenuntergang anhand der geografischen Lage und Jahreszeit.

| zum Beleuchtungsrechner |

Der Stromverbrauch für ein Dendrobaten-Terrarium - Beleuchtung, Heizung, Vernebler und Pumpen

Beleuchtung, Heizung, Vernebler und Pumpen addieren sich im Stromverbrauch schnell zu nennenswerten Ausgaben. Wer am Jahresende keine saftige Nachzahlung erleben möchte, der sollte sich im Vorfeld Gedanken über den Stromverbrauch machen. Auch beim Terrarienbau kann so manches, nicht zu Ende gedachte Detail die Stromkosten sprengen. Um die nötigen Temperaturen schneller zu erreichen und zu halten, ist eine ausreichende Isolierung an der Rückwand und den Seiten, eine gute Möglichkeit um Strom zu sparen. Auch bei der Beleuchtung kann ein effizienter Reflektor und die richtige Wahl der Leuchtmittel einiges bewirken. Entstehende Abwärme im Lichtkasten kann mit einem Ventilator leicht wieder ins Innere des Terrariums geleitet werden und so eine zusätzliche strombetriebene Heizung einsparen. Sogar das Sprühwasser der Regenanlage, sollte diese zum Einsatz kommen, kann im Lichtkasten durch entsprechende Verlegung der Wasserleitung vorgewärmt werden und so ein Auskühlen des Terrariums durch Verdunstungskälte beim eigentlichen Sprühprozess vorbeugen. Wer alle Möglichkeiten konsequent beim Terrarienbau berücksichtigt, kann schnell die Stromkosten um 70 Prozent senken ohne irgendwelche Abstriche zu machen. Ebenso sollten die Energiekosten für die Futtertierzucht nicht vergessen werden. Ein umgebauter Kühlschrank ist ein hocheffizienter Wärmeschrank und dank der weißen Innenwände schnell ausreichend Beleuchtet um z.B. Blattläuse zu züchten. Auch beim Kauf der einzelnen Stromverbraucher sollte man die Augen aufhalten. Es gibt, um ein einfaches Beispiel zu nennen, Zeitschaltuhren, die mehr Strom verbrauchen wie die eigentliche LED-Beleuchtung die damit geschaltet werden soll. Solche ungünstigen Konstellationen machen natürlich keinen Sinn. Jede unnötig verbrauchte kW/h stellt eine unnötige Umweltbelastung dar und sollte konsequent vermieden werden. Um Ihnen ein Gefühl zu vermitteln, wie viel Strom Ihr geplantes, oder ein schon existierendes Terrarium verbraucht, habe ich hier einen Verbrauchsrechner für Sie vorbereitet.Der Stromverbrauch eines Dendrobaten Terrarium

Stromverbraucher Rechner für Terrarien

Verbraucher 1  W      Einschaltdauer am Tag h
Verbraucher 2  W      Einschaltdauer am Tag h
Verbraucher 3  W      Einschaltdauer am Tag h
Verbraucher 4  W      Einschaltdauer am Tag h
Verbraucher 5  W      Einschaltdauer am Tag h
Verbraucher 6  W      Einschaltdauer am Tag h

Strompreis Cent/kWh       


Jahresverbrauch:  kWh     Kosten im Jahr:
 

Futter und Fütterung: Die eigene Futtertierzucht oder Lebendfutter aus der freien Natur?

Gefüttert werden meine Pfeilgiftfrösche mit unterschiedlichen Arten von Fruchtfliegen (Drosophila) und dessen Maden, Erbsenblattläuse, Tripse, Springschwänze, Ofenfischchen, mikro- Heimchen oder Grillen, tropische Asseln sowie Weizenkäfer und Bohnenkäfer aus der eigenen Zucht. In den frostfreien Monaten füttere ich zusätzlich, soweit vorhanden, täglich mit Wiesenplankton, Bodeninsekten, Milben und Blattläuse aus der freien Natur. Aber dazu komme ich weiter unten noch ausführlich zu sprechen.

Sehr wichtig für Pfeilgiftfrösche ist Wiesenplankton.

Vitamin und Mineralstoffpulver?
Auch hier Fehlanzeige! Wichtiger wie eingestäubte und dadurch immer gleich schmeckende Futtertiere sind abwechslungsreiche und gesunde Futtertiere. Kein in der freien Natur lebender Pfeilgiftfrosch frisst am Tag X nur Springschwänze und am Tag darauf nur Fruchtfliegen. Meine Tiere erhalten täglich alle zur Verfügung stehenden Futtertiere. So finden meine Frösche mal ein Ofenfischchen, gefolgt von einer kleinen Spinne und als nächstes vielleicht einen Bohnenkäfer oder eine Erbsenblattlaus. Alle Futtertiere werden gesamtflächig im Terrarium verteilt angeboten und zum Teil sogar im Terrarium nachgezüchtet. Dadurch streifen meine Tiere den ganzen Tag durch ihr Zuhause und sind mit der Futtersuche beschäftigt. Aber um auf das Thema Vitamin und Mineralstoffpulver noch einmal zurückzukommen. Ich bin mir auch darüber im Klaren, dass in Großstätten lebende Froschhalter nicht die Möglichkeiten wie ich Landei haben, immer ausreichend unbelastetes Wiesenplankton zu finden.

Deshalb mein Tipp:
An Stelle die Futtertiere zu bestäuben, können Sie Taufliegen (Drosophilidae) auch Frucht-, Obst-, Gär-, Most- oder Essigfliegen genannt, über den Nährbrei mit Vitaminen und Mineralien anreichern. Als Grundsubstanz für den Nährbrei verwende ich immer Paniermehl und Rotwein, welchen ich bei meinem Italiener ab der zweiten Pizza kostenlos als Beigabe erhalte. Dieser billige Rotwein ist für Menschen keine wirkliche Bereicherung aber für die Fruchtfliegenzucht eignet er sich wirklich gut. Diese beiden Grundsubstanzen werden mit weiteren Zusatzprodukten aus der normalen Haushaltsküche zu einem sämigen Brei angerührt und anschließend etwa 3 cm hoch in Plastikbecher gefüllt. Nun noch eine zusammengeknüllte Hand voll Stroh als Sitzfläche oben drauf und mit Fruchtfliegen animpfen. Ich verwende verschiedene Zusatzprodukte für meine Fruchtfliegenzucht. So erhalte ich, übertrieben gesagt, Fruchtfliegen mit z.B. Bananengeschmack, Traubengeschmack oder saure mit Essig/Orangengeschmack. Zur Zeit experimentiere ich sehr erfolgreich mit probiotischem Joghurt. Probiotische Zellkulturen und Bakterien haben auf junge Dendrobatiden einen nicht unerheblichen Einfluss auf die:

Taufliegenzucht (Drosophilidae) auch Frucht-, Obst-, Gär-, Most- oder Essigfliegen genannt

Über die Fruchtfliegen lassen sich so ziemlich alle erdenklichen Stoffe auf die Pfeilgiftfrösche transportieren. Dabei sollte man wissen, dass am 3. Fütterungstag der höchste Anteil der aufgenommenen Stoffe erreicht ist und die Fruchtfliegen verfüttert werden können. Fruchtfliegen lassen sich übrigens prima dosiert und über den gesamten Tag hin verteilt, über einen möglichst kurzen Schlauch von der Zuchtdose aus, ins Terrarium schleusen. Diese Methode wende ich nicht wegen der Arbeitserleichterung an, sondern weil ich dadurch permanent ein Futterangebot realisieren kann. Alle Futtertiere, die ich selber züchte, erhalten ebenfalls nur das Beste an Futter und werden mit der gleichen Aufmerksamkeit gezüchtet wie meine Frösche.

Lebendfutter aus der freien Natur.
Sie werden sich sicherlich die Frage stellen: „Wie schafft man es nur, diese großen Mengen an Futter für Pfeilgiftfrösche zu fangen?”. Dazu bediene ich mich einer alten und vielleicht auch in Vergessenheit geratenen Technik. Ich verwende einen großen Metalleimer in dessen Boden ich ein Edelstahlgitter mit einer MaschenweiteDer Berlesetrichter: Eine über dem Eimer hängende Wärmelampe trocknet die Walderde langsam aus. Die in der Walderde lebenden Futterinsekten wandern immer weiter nach unten und fallen in den Auffangbehälter. von nur 2 mm einklebe. Dieser Eimer wird mit feuchter Walderde, Moosplatten, Baumrinde oder Laub gefüllt. Es ist sehr wichtig nur die obere Bodenschicht, in denen sich vermehrt die Insekten aufhalten, zu verwenden. Nun stelle ich diesen Eimer über einen geeigneten und dicht abschließenden Auffangbehälter mit feuchter Holzwolle, wo sich die Insekten sammeln können. Eine über dem Eimer hängende Wärmelampe trocknet die Walderde nun langsam von oben nach unten aus. Die in der Walderde lebenden Futterinsekten wandern auf der Suche nach Feuchtigkeit immer weiter nach unten und fallen schließlich in den Auffangbehälter. Durch die geringe Maschenweite, können nur Futterinsekten in den Auffangbehälter fallen, die auch für uns als Futter in Frage kommen. Sie werden staunen, wie viel Leben in nur 10 Liter Walderde vorzufinden ist. Selbst in den Wintermonaten können beachtliche Mengen Lebendfutter unterschiedlichster Art auf diese Weise gefangen werden. Auch wenn mit bloßem Auge die Ausbeute gering zu sein scheint, der Anteil an mikro- Kleinstfutter ist beachtlich und von unschätzbarem Wert. Junge Kellerasseln, die ebenfalls durch die Maschen hindurch finden, werden entgegen der weitläufig verbreiteten Meinung in Fachkreisen, durchaus von den Pfeilgiftfröschen angenommen und können verfüttert werden. Frösche, die mit einem breiten Futterspektrum versorgt werden, zeigen eine deutlich höhere Futterakzeptanz wie jene, die nur Drosophila und Springschwänze kennen. Im Waldboden leben über 2.000 Arten Springschwänze oder Collembolen sowie unzählige Arten von Larven, Käfer, Spinnen, Hundert- und Tausendfüssler, welche allesamt gerne gefressen werden. Diskussionen über die Verträglichkeit einzelner Futtertiere, wie man sie in Foren im Internet immer wieder vorfindet, lassen bei mir die Nackenhaare steigen. Da wird von Darmvorfällen gesprochen, weil der Panzer vom Käfer zu hart oder der Wurm zu weich war. Wer passt in der Natur eigentlich darauf auf, dass der Frosch das richtige frisst? Ein, an ein breites Futterspektrum gewöhnter Pfeilgiftfrosch, bekommt keine Darmvorfälle. Nur einseitig ernährte Tiere bekommen bei plötzlichem Futterwechsel Probleme. In solchen Fällen sollte ein langsames umgewöhnen stattfinden. Wöchentlich ein mit Moos bewachsenes Stück Baumrinde zum absuchen, ist ein guter Anfang zu einer ausgewogenen Ernährung und sollte langsam gesteigert bzw. erweitert werden.

Wiesenplankton
Große Mengen Wiesenplankton fängt man an sonnigen Tagen mit dem Auto! Ich halte dazu einfach einen langen und geeigneten Käscher aus dem geöffneten Fenster und streife diesen bei 20 bis 30 KM/h über die Grasnarbe am Wegesrand ab. Verwenden Sie aber nur selten befahrene und chemisch unbelastete Landwirtschaftswege ab. Beachten Sie bitte auch die Naturschutzbestimmungen. Nicht alle Insekten dürfen gefangen und verfüttert werden. Wir wollen schließlich keinen Ärger!

Die eigene Futtertierzucht.
Ohne eine eigene Futtertierzucht geht es in der Pfeilgiftfroschhaltung natürlich nicht. In den Wintermonaten sind Futtertiere in Zoofachgeschäften teilweise Zuchtschrank für die eigene Futtertierzucht.wochenlang nicht erhältlich, da sie bei starkem Frost nur ungern verschickt werden und selbst Händler dadurch keine Wahre erhalten. Dann ist eine gut funktionierende Futtertierzucht Gold wert. Ich züchte meine Futtertiere zum größten Teil in umgebaute, sehr hohe Kühlschränke, welche nun als Wärmeschränke dienen. Eine handelsübliche Elektroheizung mit Thermostat aber ohne Gebläse in jedem Schrank, sorgt für ein enormes Temperaturgefälle. Während im unteren Bereich Temperaturen um 22°C herrschen, sorgt die aufsteigende warme Luft dafür, dass sich im oberen Bereich Temperaturen um 40°C bilden. Dort lassen sich in großen dunklen Kunststoffboxen hervorragend Ofenfischchen züchten. Weiter unten, wo sich Temperaturen um 30°C bilden, züchte ich Bohnenkäfer Grillen und Kornkäfer. Darunter, bei etwa 25°C, lassen sich Springschwänze und tropische Asseln züchten. Der Bereich zwischen 22°C - 24°C ist für die Fruchtfliegenzucht reserviert. Dort lassen sich auch Tripse nachzüchten. In diesem Bereich habe ich auch zwei Energiesparlampen mit Reflektor montiert, welche über eine Zeitschaltuhr 16 Stunden eingeschaltet werden. Diese versorgen meine darunter platzierten Erbsenpflanzen mit ausreichend Licht für meine Blattlauszucht. Durch die enorme Isolation von Kühlschränken, wird nur sehr wenig Energie verbraucht und ist dadurch äußerst effektiv. Dieses Verfahren funktioniert aber nur in kühlen Kellerräumen, wo die Temperaturen auch in den Sommermonaten nicht über 18°C steigen, - da die Elektroheizung sich sonst nicht häufig genug einschaltet und dadurch die hohen Temperaturen im oberen Bereich nicht erreicht werden können. Ein zweiter Thermostat im oberen Bereich sorgt bei 50°C für eine Zwangsabschaltung des gesamten Stromkreises. Dadurch wird ein Überhitzen vermieden und sorgt so für mehr Sicherheit.

Bild links: In einem umgebauten Kühlschrank lassen sich optimale Temperaturen für die eigene Futtertierzucht schaffen.

Genaue Zuchtanleitungen der einzelnen Futtertiere,
möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt in einem gesonderten Bericht anbieten. Bis dahin müssen leider die ewig vererbten und dadurch teilweise hartnäckigen Lügen im Internet ausreichen. Nein, - Spaß bei Seite. So schlecht sind die im Internet angebotenen Zuchtanleitungen natürlich nicht. Sie ähneln sich nur teilweise im Wortlaut wie ein Ei dem Anderen. Da fragt man sich, warum man eigene Worte finden soll, die sich Jahrzehnte lang ungeprüft im Netz vermehren und andere Seiten schmücken.

An dieser Stelle,
möchte ich aber über ein vollkommen unbekanntes Futtertier sprechen, welches sich ebenfalls in großen Mengen züchten lässt.Schmetterlingsmücken In den 500 ml Kunststoffbechern, die aus der Fruchtfliegenzucht bekannt sind, züchte ich auf demselben Nährboden Schmetterlingsmücken (Psychodidae). Der Futterbrei wird aber deutlich flüssiger angerührt. Auf der Oberfläche muss sich ein deutlicher Flüssigkeitsfilm bilden. Darauf gebe ich eine Handvoll Eichenblätter und impfe die neue Zuchtdose mit einigen Schmetterlingsmücken an. Man findet Schmetterlingsmücken vor allem an den Enden von Abwasserrohren, wo sich die Larven von organischen Materialien ernähren. Schon nach einigen Tagen erkennt man die dunklen Larven im Zuchtbecher. Nach der Verpuppung können die geschlüpften Schmetterlingsmücken ins Terrarium überführt werden, wo sie sich leicht im Wassergraben oder an sumpfigen Stellen weiter vermehren können. Trotz ihrer Flugfähigkeit, sitzen sie relativ regungslos auf Pflanzen herum und werden erst durch umherstreifende Frösche aufgeschreckt und schließlich gejagt und gefressen. Die Vermehrungsrate ist jedoch so hoch, dass selbst im Wassergraben lebende Kaulquappen den Bestand kaum gefährden können. Dadurch ist ein nicht unerheblicher Grundstein des permanenten Futterangebots im Terrarium gelegt. Die Frösche sowie die Quappen können nun erfolgreich auf Futtersuche gehen und werden mit einem schmackhaften sowie gesunden Futtertier belohnt.

Naturnahe Aufzucht von Dendrobates leucomelas

Die Quappenaufzucht erfolgt, soweit es möglich ist, unter Einwirkung von gedämpftem Tageslicht in zuvor behandeltem Regenwasser. Zusammen mit einer ausgewogenen Ernährung entwickeln sich so kräftige und gesunde Jungfrösche. Nach der Metamorphose werden die jungen Pfeilgiftfrösche täglich mit Wiesenplankton, Springschwänzen, Fruchtfliegen, Erbsenblattläuse, Kornkäfer und Ofenfischchen aus der eigenen Futtertierzucht gefüttert. In den Sommermonaten wird fast ausschließlich Wiesenplankton angeboten. Dieses erhöht auch bei den Zuchttieren die Lebensgeister und die Qualität der Gelege. Die konsequente naturnahe Aufzucht belohnt mich mit einer Zucht fast ohne Ausfälle. Qualität ist eben auch Quantität. Zum Thema Streichholzbeinchen kann ich keinen besonderen Beitrag leisten, da meine Nachzuchten keine haben. Ich möchte aber die Vermutung ausstoßen, dass es unter anderem mit der gesunden Ernährung meiner Zuchttiere und deren Quappen zu tun haben könnte. Auch bei Dendrobatiden gilt, "JEDER IST, WAS ER ISST". Dass dieses auch für selbst gezüchtete Futtertiere gilt, habe ich weiter oben bereits erwähnt und würde, aufgrund der Bedeutsamkeit, es weiter unten gerne noch einmal tun.

Quappenaufzucht im Mini-Biotop: In bewachsene Aufzuchtbecher bleibt das Wasser lange Zeit stabil und die Quappen wachsen ohne Stress auf.Nach 80 bis 100 Tagen geht der fertige Pfeilgiftfrosch an Land.
Bild links: Kleine Mini-Biotope. In stark bewachsene Aufzuchtbecher bleibt das Wasser lange Zeit stabil. In Einzelfällen kann auf ein Wasserwechsel gänzlich verzichtet werden. Die Quappen wachsen aufgrund der Versteckmöglichkeiten stressfrei auf und haben ein deutlich besseres Futterangebot. Nach der Metamorphose hebe ich solche wertvollen Becher für spätere Quappen auf. Bild rechts: Nach 80 bis 100 Tagen geht der fertige Pfeilgiftfrosch an Land. Er besitzt bereits eine ausgeprägte Färbung, welche sich aber in den nächsten Monaten noch verschönert.

Die Aufzucht der Quappen von Dendrobates leucomelas:

Die Eiablage findet bei meinen Fröschen immer in kleinen Filmdosen statt, welche ich im gesamten Terrarium verteilt anbiete. Bei Dendrobates leucomelas Ein Gelege mit 6 Eiern in einer Filmdose.besteht die Gefahr, dass sie ihre Gelege nach einiger Zeit selbst zerstören oder auffressen. Deshalb entnehme ich das Gelege einige Stunden nach der Eiablage aus dem Terrarium. Gelegentlich überlasse ich auch kleine Gelege den Fröschen, damit sie ihre Brutpflege nicht verlernen. Nach der Entnahme der Eier schiebe ich das Gelege mit einem Löffel vorsichtig aus der Filmdose heraus und überführe es in einen Kunststoffbecher. Dort entferne ich vollständig und sehr vorsichtig die überschüssige Gallerte. Diese würde sonst das weitere Aufquellen der Eier behindern und die Quappen hätten weniger Platz für ihre Entwicklung. Nun gebe ich soviel Regenwasser in den Becher, dass die Eier gut umspült sind aber nicht überflutet werden. So im Wasser liegend, lassen sich eventuell auf dem Kopf liegende Eier leicht durch anstupsen wieder in die richtige Lage bringen. Ein wenig Javamoos und ein heller Standort erhöht den Sauerstoffgehalt im Wasser und baut Schadstoffe ab. Dieser Sauerstoff diffundiert durch die Eihüllen hindurch und steht den heranwachsenden Larven zur Verfügung. Ein leicht aufgelegter Deckel mit kleinen Löchern verhindert ein zu schnelles Austrocknen. Der Wasserstand muss aber dennoch regelmäßig geprüft und korrigiert werden. Bei zu niedrigem Wasserstand werden die Eier an der aus dem Wasser herausschauenden Oberfläche zäh und können nicht weiter aufquellen. Bei Bedarf kann man den Quappen auch Schlupfhilfe leisten, indem man die Eihülle vorsichtig mit zwei Stecknadeln auseinander zieht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man Frühchen besser helfen kann wie Spätzünder, die zu lange in der Eihülle steckten und unter Sauerstoffmangel litten. Wenn sich die Außenkiemen schon im Ei zurückbilden, ist es höchste Zeit für eine Schlupfhilfe. Auch das Männchen würde durch die starken Bewegungen der Quappen angeregt, durch trampelnde Bewegungen eine Art Schlupfhilfe leisten.

Bild oben: Ein Gelege mit 6 Eiern in einer Filmdose.

Nach dem Schlüpfen der Quappen,
werden sie in kleine Aufzuchtanlagen überführt. Der Wasserstand beträgt in den ersten 3 Tagen nur 1 cm. Danach wird dieser täglich um wenige mm erhöht.Quappenstation Sobald die Quappen zu groß geworden sind, werden sie noch einmal in 250 ml. Plastikdosen, welche bereits mit Regenwasser, ein Buchenblatt, Moos, Muschelkalk und Algen im Freien gestanden haben, überführt. Dadurch, dass die Becher einige Tage im Freien standen, haben sich an den Wandungen Algen und Bakterienkulturen gebildet, welche sich wieder positiv auf die nachembryonale Entwicklung der Quappen auswirken. Muschelkalk, Moos und Buchenblätter stabilisieren das Wasser so sehr, dass nur noch sehr selten ein  Wasserwechsel nötig ist. Das dazu verwendete Regenwasser wird ebenfalls im Vorfeld mit den oben erwähnten stabilisierend wirkenden Maßnahmen vorbehandelt. Gefüttert wird in den ersten Tagen mit Detritus auch Mulm genannt, Algen und selbst hergestelltem Brennnesselpulver. Nach etwa 4 Tagen wird mit einem Spezialfutter welches ich ebenfalls selber herstelle zugefüttert. Auf keinen Fall sollte man auf fertiges Fischfutter (besonders Flockenfutter) zurückgreifen, da es zu viele Nachteile mit sich bringt. Zum einen schmeckt es den Quappen einfach zu gut um noch Mulm und Anderes, ebenfalls für die Quappen lebensnotwendiges Futter zu fressen. Zum anderen verdirbt es unser Wasser schon nach wenigen Stunden, da es sehr schnell Duft und Geschmacksstoffe verliert und dadurch nicht vollständig aufgefressen wird. Auch die Ausscheidungen der Quappen können sich bei Fischfutter negativ verändern, da unsere Quappen aufgrund ihres speziellen Futterspektrums ein anderes Verdauungssystem aufweisen wie Fische. Nicht alle darin enthaltene Inhaltsstoffe werden vollständig verdaut und gelangen somit wieder in unser Wasser und lassen dieses verderben. Mein verwendetes Futter hingegen stabilisiert sogar das Wasser. Es besteht aus einem geringen Anteil "Sofortfutter" und einem hohen Anteil "Langzeitfutter", welches sich durch Zersetzung erst nach einiger Zeit zu einem verwertbaren Quappenfutter entwickelt. Dadurch steht den Kaulquappen permanent ein hervorragendes und natürliches Futterangebot zur Verfügung ohne unser Minibiotop zu belasten. Ab dem 7. Tag füttere ich zusätzlich mit Lebendfutter. Dabei schöpfe ich die Wasseroberfläche meiner Regentonne nach Mückenlarven und auf der Wasseroberfläche liegende (auch tote) Anfluginsekten ab. Dabei haben sich ertrunkene Anfluginsekten als besondere Leckerbissen erwiesen. Besonders aufgeweichte Wespen werden gerne gefressen. Man sollte aber keine mit Fischen besetzten Teiche abschöpfen, da Fische oft an Pilz leiden und unsere Quappen befallen können. Ich habe diese Erfahrung selber gemacht und nur durch konsequente Entsorgung aller, mit dem Wasser in Berührung gekommenen Gegenstände und Quappen, wieder in den Griff bekommen.

Naturnahe Aufzucht kann eben auch der natürliche Tod sein.
Ich verwende daher nur meine eigenen Regentonnen, die ich selber zu 100 Prozent kontrolliere. Wo ich gerade bei Regenwasser bin. Regenwasser ist nicht gleich Regenwasser. Die ersten Liter nach einer langen Trockenzeit enthalten besonders im Frühjahr einen hohen Anteil an Blütenpollen. Diese sind ein hervorragendes Aufzuchtfutter für frisch geschlüpfte Quappen und wird von mir in separate Kanister abgefüllt. Leider ist die Haltbarkeit sehr begrenzt. Man kann aber auf der Oberfläche schwimmende Pollen abschöpfen und trocknen lassen. Diese halten sich einige Monate. Ist die Luft einmal sauber geregnet, erhalten wir sehr sauberes Regenwasser, welches ich zur Überbrückung von Trockenzeiten in Kanister abfülle. Ich werfe immer noch ein Stück Muschelkalk und ein Buchenblatt in den Kanister. Buchenblätter versauern das Wasser nicht so stark wie Eichenblätter, welche ebenfalls oft als geeignet beschrieben werden.

Kaulquappenfutter selber herstellen.
Um Quappenfutter selber herstellen zu können, muss man sich zunächst die Frage stellen, woraus die natürliche Nahrung der Kaulquappen besteht. Schauen wir uns deshalb das natürliche Umfeld einer Quappe genauer an. Die Zum zerkleinern und mahlen der einzelnen Zutaten ist eine Kaffeemühle mit Schlagwerk ein unverzichtbares Utensil.Kaulquappen von Dendrobates leucomelas sitzen in kleinste Wasseransammlungen wie z.B. Bromelien und Astlöcher. Diese sind ausschließlich mit Regenwasser gefüllt. Regenwasser ist vom Ursprung her sehr sauber und enthält nur wenig Keime sowie gelöste Inhaltsstoffe. Die nötige Nahrung gelangt also zum großen Teil in Form von Luftplankton in unser Kleinstbiotop. Biologische Organismen wie z. B. winzige Tiere (Gewittertierchen, Spinnen) oder Bestandteile wie Pollen, Sporen und Pflanzenteile werden durch den Wind auf die Wasseroberfläche getragen. Hinzu kommen einige im Wasser lebende Rädertierchen und Insektenlarven. Im Minibiotop entwickeln sich aber auch Algen, und durch bakterielle Zersetzung Mulm. Dieser Mulm besteht zu einem großen Teil aus Mikroorganismen (Pantoffeltierchen & anderen Einzellern), Bakterien und Spurenelementen. Es bietet eine ideale Siedlungsfläche für Nitrobacter (Nitratbakterien) die Schadstoffe abbauen und dadurch das Wasser weiter stabilisieren. Wichtig dabei ist, ein hoher Sauerstoffanteil im Wasser, welcher sich mit Moos und einer hellen Umgebung verwirklichen lässt, da es sonst zu Fäulnisbildung kommt. Manchmal fallen auch größere Insekten ins Wasser und finden den Weg nicht mehr hinaus und ertrinken. Daraus gewinnen wir die Erkenntnis, dass sich unsere Quappen von zahlreichen pflanzlichen und tierischen Bestandteilen ernähren. Um ein gutes Futter selber herstellen zu können, müssen wir versuchen dieses natürliche Geschehen nachzubilden. Um ein möglichst naturidentisches Ergebnis zu erhalten, schöpfe ich mit einem sehr feinmaschigen Käscher die Wasseroberfläche flacher Gewässer ab und lasse alle Inhaltstoffe trocknen. Danach wird es fein zermahlen, gesiebt und bis zur weiteren Verarbeitung in kleine Kunststoffbecher aufbewahrt. Überschüssige Futterinsekten meiner Frösche werden ebenfalls getrocknet und zerkleinert. Nun haben wir schon zwei wichtige Komponenten die etwa die Hälfte unseres fertigen Quappenfutters ausmachen. Die zweite Hälfte besteht aus Walnussbaumblätter, Brennnesselblätter, Eichenblüten und Buchenblätter, sowie zahlreiche Blütenpollen und Samen. Ein nicht unerheblicher Anteil besteht aus Verunreinigungen die bei der Ernte der einzelnen Komponenten mit eingesammelt werden. Darunter zählen Vogelkot, Vogelfedern, kleine Raupen und dessen Häutungsreste sowie andere kleinste Insekten. Besonders bei der Ernte von Eichenblüten im Frühjahr werden große Mengen dieser durchaus gewollten Verunreinigungen mit eingesammelt. Lediglich unnatürliche Stoffe sowie Steinchen und grobe Zweige werden aussortiert. Alle gesammelten Zutaten werden getrocknet, gemahlen und im richtigen Verhältnis gemischt. Das richtige Mischungsverhältnis möchte ich nur im Groben ansprechen, da ein gewisses Maß Bauchgefühl und Experimentierlust durchaus Sinn macht. Sollten sich in den Aufzuchtbechern, durch das Futter eingeschleppte Wasserflöhe bilden, so ist dieses nicht weiter schlimm. Im Gegenteil. Wasserflöhe sind hervorragende Wasserfiltrierer die unser Minibiotop sauber halten. Auch 1-2 kleine Tellerschnecken können in jeden Aufzuchtbecher eingebracht werden.

Bild oben: Zum zerkleinern und mahlen der einzelnen Zutaten ist eine Kaffeemühle mit Schlagwerk ein unverzichtbares Utensil. Mühlen mit Mahlwerk sind dagegen unbrauchbar, da kleine Steine diese sofort zerstören würden.

Kaulquappenfutter selber herstellen.

Bilder oben von links nach rechts. Bild 1 und 2: Mit einem sehr feinmaschigen Käscher schöpfe ich die Wasseroberfläche ab. Bild 3 und 4: Alle Inhaltstoffe werden getrocknet und gemahlen. Weitere Bilder gibt es weiter unten im Photoalbum.

Zutatentabelle: Volumenmengen in Prozent
ZutatenMengeSinn und Zweck / Bemerkung
Luftplankton, Insektenlarven, Pflanzenteile25%(Direkt und Langzeitfutter) Winzige biologische Organismen wie z. B. winzige Tiere (Gewittertierchen, Spinnen) oder Bestandteile wie Pollen, Sporen und Pflanzenteile. Frühjahr bis Herbst von der Wasseroberfläche abschöpfen um ein breites Spektrum zu erhalten.
Insekten25%(Direktfutter) Alle Arten von Insekten. Getrocknete Mückenlarven und Bachflohkrebse können auch in Zoohandlungen fertig gekauft werden.
Walnussbaumblätter30%(Direkt und Langzeitfutter) Die noch grünen Blätter vom Baum pflücken und trocknen. Wirkt antibakteriell und fungizid. Bildet durch Zersetzung sehr schnell Mulm welches sehr wichtig für die Quappen ist.
Algen10%(Direktfutter Wasserstabilisierend)
Erlenzapfen1%(Sehr Wasserstabilisierend Langzeitfutter) Bildet durch Zersetzung Mulm..
Buchenblätter3%(Die austretende Huminsäure wirkt auf das Wasser stabilisierend - Langzeitfutter) Im Herbst das abgefallene Laub verwenden. Bildet durch Zersetzung Mulm.
Eichenblüten1%(Die austretende Huminsäure wirkt auf das Wasser stabilisierend - Langzeitfutter) Im Frühjahr die unter den Eichen liegenden Blüten abrechen. Bildet durch Zersetzung Mulm.
Brennnesselblätter1%(Direktfutter) Bringt das Wasser aber sehr schnell zum Kippen. Daher die geringe Menge.
Brombeerblätter1%(Langzeitfutter) Bildet durch Zersetzung Mulm.
Gräsersamen1%(Langzeitfutter) Bildet durch Zersetzung Mulm.
Muschelkalk / Eierschale0,5%Wasserstabilisierend und wichtig für den Knochenbau.
Freiraum für Experimente1,5%Freiraum für eigene Experimente. Weitere zahlreiche Laubbäume eignen sich für die Blatternte.

Quappenfutter selber herstellen.

Bilder oben von links nach rechts. Bild 1: Eichenblüten. Bild 2: Mit einer Kaffeemühle gemahlene Zutaten. Bild 3: Fertiges Quappenfutter. Bild 4: Walnussbaumblätter.
Sie werden auch gerne als Blatt gefressen. Wirkt antibakteriell und fungizid.

Als ergänzende Futterquelle,
haben sich Walnussbaumblätter bestens bewährt und sind deshalb in meinem Futter schon zu 30% enthalten. Sie werden von den Kaulquappen auch gerne als Blatt abgeraspelt. Sie haben zudem eine starke antibakterielle sowie fungizide Wirkung. Sogar Wasserschimmel (Saprolegnien / Fischschimmel), welcher bei niedrigen Temperaturen gerne auf Futterresten entsteht und auf die Kaulquappen übergreifen kann, lässt sich mit Walnussblättern unterdrücken und in Zusammenhang mit Zimtstangen aus dem Reformhaus und hohen Temperaturen um die 30°C gut und erfolgreich behandeln. Grundsätzlich sind Pilzinfektionen bei Kaulquappen immer die Folge irgendeiner vorangegangenen Schädigung, sei es nun eine Verletzung, eine Hautschädigung durch Parasiten oder eine umweltbedingte Störung wie Wasserqualität, Temperatur oder eingeschleppte schon mit Saprolegnien befallene Pflanzen und Tiere. Wer selber nicht die Gelegenheit hat, die noch grünen Blätter des Walnussbaumes im Herbst zu sammeln und zu trocknen, der kann auch welche bei mir bestellen. Häufig verpilzen junge Kaulquappen an, im Schlund hängen gebliebene Futterreste. Deshalb füttere ich in den ersten zwei Wochen nur kleinstes Futtermaterial. Mit einer Kaffeemühle (unbedingt eine mit Schlagwerk verwenden) bekommen wir Staubfeines Quappenfutter welches sich einfach mit einer Messerspitze dosieren lässt.

Eine absolut unterschätzte Wasserpflanze für die Quappenaufzucht ist die kleine Wasserlinse (Entengrütze). Die Pflanzen nehmen enorm große Schadstoffmengen,Wasserlinsen für den Schadstoffabbau und als Futter bestens geeignet. insbesondere Stickstoffverbindungen, auf und bauen diese ab. Das Wasser wird in den Quappenbechern dadurch quellklar, wodurch in Einzelfällen ein Wasserwechsel gänzlich unnötig wird. Seit neustem werden Diese, aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften, auch in Kläranlagen eingesetzt. Ein weiterer wichtiger Grund für den Einsatz von Wasserlinsen ist in ihrer Indikatorrolle für Umweltbedingungen zu sehen. Eine Veränderung der Wasserqualität im Aufzuchtbecher kann man als erstes an den Wasserlinsen sehen und dann gegebenenfalls noch rechtzeitig korrigierend eingreifen. Die regelmäßige Fütterung der Quappen mit Wasserlinsen kann den Appetit der Kaulquappen nach Grünfutter stillen. Wasserlinsen sind sehr vitaminhaltig, stärkereich und rohfaserarm. Außerdem enthalten sie alle essentiellen Aminosäuren, darunter auch das wachstumsfördernde Lysin. Proteine machen über 40 % der Trockenmasse aus. Das Proteinspektrum der Wasserlinsen ist zudem sehr außergewöhnlich, da es in Richtung tierisches Eiweiß geht. Wasserlinsen sind also ein hervorragendes Ergänzungsfutter für Kaulquappen. Bei übermäßiger Vermehrung sollte man sie mit einem Löffel auf ein gesundes Maß abschöpfen, damit die Wasseroberfläche von den Quappen wieder erreichbar wird und zum Fressen und Luftschnappen besser durchbrochen werden kann. Aufgrund ihrer Fähigkeit Kohlendioxid aus der Außenluft aufzunehmen, konkurrieren sie nicht mit unser Javamoos, auf welches wir auch nicht verzichten sollten. Ein weiterer Vorteil von Wasserlinsen liegt in der fast geschlossenen Wasseroberfläche. Unter ihnen fühlen sich die Kaulquappen geborgen und geschützt. Sie wachsen dadurch stressfrei auf und auch die daraus resultierenden Frösche sind nicht so scheu.

Ein frisches Gelege von D. leucomelas.Nach etwa 10 Tagen haben sie dieses Stadium erreicht.Nach etwa 16 Tagen schlüpfen die 2 cm großen Quappen.Eine Quappe dessen Hinterbeine voll entwickelt sind. Die Umfärbung hat begonnen.

Bilder oben von links nach rechts. Bild 1: Ein 3 Tage altes Gelege von D. leucomelas. Bild 2: Nach etwa 10 Tagen haben sie dieses Stadium erreicht. Bild 3: Nach etwa 16 Tagen schlüpfen die 2 cm großen Quappen. Bild 4: Eine Quappe dessen Hinterbeine voll entwickelt sind. Die Umfärbung hat begonnen.

Nach gut 90 Tagen haben sich auch die Vorderbeine entwickelt und die Umfärbung ist in vollem Gang.Nach dem Landgang überführe ich die jungen Dendrobatiden in dicht bewachsene und stark mit Springschwänzen angeimpfte Aufzuchtterrarien.

Bild oben links: Nach gut 90 Tagen haben sich auch die Vorderbeine entwickelt und die Umfärbung ist in vollem Gang. Bild oben rechts: Nach dem Landgang überführe ich die jungen Dendrobatiden in dicht bewachsene und stark mit Springschwänzen angeimpfte Aufzuchtterrarien.

Sobald die Vorderbeine der Dendrobatiden entwickelt sind,
senke ich den Wasserstand auf etwa 3 cm und gebe noch einen, aus dem Wasser ragenden Stein als Ausstiegshilfe hinein. Ab diesem Zeitpunkt frisst die Quappe nur noch etwa 2-3 Tage. Danach resorbiert sie innerhalb weniger Tage ihren Schwanz und die Mundpartie verändert sich zu dem froschtypischen Maul. Kurz vor dem anstehenden Landgang übergebe ich den Becher in ein gut bewachsenes und stark mit Springschwänzen angeimpftes Aufzuchtterrarium. In solch stark bepflanzten Terrarien wachsen die Jungfrösche deutlich schneller heran wie in sterilen Kleinstterrarien. Der deutlich höhere Anteil an Mikro-Kleinstfutter und der geringere Stress dürften dafür verantwortlich sein. In den ersten Tagen bleiben die Jungtiere noch in Wassernähe um bei Gefahr schnell abtauchen zu können. Aber nach und nach entfernen sie sich immer weiter von ihrer vertrauten Umgebung und suchen schließlich im gesamten Terrarium nach Futter, guten Verstecklätzen und Aussichtspunkten.
Wenige Tage nach dem Durchbrechen der Vorderbeine nehmen die Kaulquappen keine Nahrung mehr auf und das Kaulquappenfutter kann eingestellt werden.Durch das hervorragende Quappenfutter entwickeln sich prächtige Jungfrösche.Noch im Wasser sitzend, fangen die jungen D. leucomelas an kleinste Futterinsekten zu fressen.Die weitere Pflege von Dendrobates leucomelas unterscheidet sich kaum von den erwachsenen Tieren.
Weitere Bilder über D. leucomelas, deren Gelege und Quappen, finden Sie in der Diashow.

Die weitere Pflege der Jungfrösche unterscheidet sich kaum von den erwachsenen Tieren. Zusätzlich zu den immer vorhandenen Springschwänzen füttere ich täglich mit Fruchtfliegen, Tripse, (Werden auch als Gewitterwürmchen oder Gewitterfliegen bezeichnet.) sowie Kornkäfer (Sitophilus granarius) und frisch geschlüpfte Ofenfischchen. Außerdem füttere ich mit Wiesenplankton, kleinen Spinnen, Milben und Blattläusen. Letztere lassen sich hervorragend mit einer Taubenfeder von Rosen und Disteln in einen kleinen Becher abfedern. Erbsenblattläuse lassen sich auch gut und in großen Mengen selber züchten. Da Blattläuse geradezu mit Pflanzensäften voll gesogen sind, enthalten diese viele Vitamine und sind deshalb als sehr wertvoll Anzusehen. Von Zeit zu Zeit lege ich ein aus der Natur entnommenes Stück Baumrinde in das Aufzuchtterrarium. Dieses wird geduldig von den Fröschen nach Kleinsttieren abgesucht. Diese simple Methode stellt eine enorme Futtererweiterung dar, welche durch kein Vitaminpulver der Welt ersetzt werden kann. Nach zirka 12-16 Monaten werden die weiblichen Frösche geschlechtsreif und fangen an selber Gelege zu produzieren. Die ersten Gelege von Dendrobates leucomelas sind allerdings oft von minderer Qualität oder unbefruchtet und verpilzen daher. Überhaupt ist es nicht leicht ein legendes Pärchen zusammenzustellen. Auch ein bereits legendes Pärchen kann die Produktion ohne erkennbaren Grund Monate lang einstellen. Häufig sind es für uns nur kleine Veränderungen im Terrarium, die solche Verhaltensänderungen nach sich ziehen. Bei aller Experimentierfreude, Dinge die einmal gut funktionieren, sollten nicht unnötig verändert werden.

Die Abgabe:
Ich gebe meine Dendrobates leucomelas ab dem 4. Monat nach dem Landgang nur an gut vorbereitete Halter ab. Unerfahrene Halter bekommen bei mir Sehr selten ist dieser Dendrobates leucomelas British Guyana.die Gelegenheit, nach telefonischer Absprache sich einmal bei mir alles anzuschauen und sich alles genau erklären zu lassen. Manche Dinge muss man eben einmal gesehen haben, um sie zu verstehen. Danach schicke ich sie wieder nach Hause! Denn, sie haben in der Regel noch eine Menge Dinge zu erledigen, bevor Sie in der Lage sind, diese wunderschönen Pfeilgiftfrösche artgerecht und gesund zu halten. Einige, die gesehen haben, wie viel Arbeit in der Froschhaltung und der damit verbundenen Futtertierzucht steckt, überdenken die Anschaffung dieser Tiere noch einmal. Eine, wie ich finde, lobenswerte Einstellung. Im Internet und Zoohandlungen wird bei einigen Arten von Pfeilgiftfröschen auch oft von „Anfängerfröschen” gesprochen. Es gibt keine Pfeilgiftfrösche für Anfänger! Es gibt Pfeilgiftfrösche mit denen man anfängt. Aber bitte nicht als Anfänger. Seltene Farbmorphen, wie der Dendrobates leucomelas "Britisch-Guayana", sind viel zu wertvoll um sie aus einem Spontankauf heraus zu erwerben. Wer aber Feuer an Dendrobatidae gefangen hat, kommt von den Juwelen des Regenwaldes und der damit verbundenen Faszination nicht mehr los.
Bild oben:
Verschiedene Farbmorphen sind bekannt: Sehr selten ist dieser Dendrobates leucomelas "British Guyana". Er sieht der grünen Variante Dendrobates leucomelas "Cerro Autana" sehr ähnlich, ist aber nicht so blass gelb bis grün, -sondern orange gefärbt.

Wenn Sie
Fragen oder Interesse an Dendrobates leucomelas haben, scheuen Sie sich nicht, mir eine Nachricht zu schicken. Es gibt keine dummen Fragen, wenn sie denn ernsthaft gestellt werden.

Kurze Aufnahmen über die Aufzucht von Dendrobates leucomelas.

Sehen Sie hier noch ein paar kurze Videos von meiner Quappenaufzucht.
Video 1 zeigt meine Quappenstation bei schönem Wetter im Freien. Eine Plexiglashaube mit Gitter lässt UV-Strahlen hindurch und schützt meine Zucht vor gefräßigen Vögeln.
Video 2 zeigt Quappen von Dendrobates leucomelas einige Tage vor dem Schlüpfen. Deutlich sind die Außenkiemen als rote Adern zu erkennen.
Video 3 zeigt eine Quappe, bei der bereits ein Vorderbein durchbrochen ist. Die Umfärbung der sonst schwarzen Quappen hat bereits begonnen.

Das Photoalbum zum Bericht: Zalreiche Bilder über die Haltung & Zucht von Dendrobates leucomelas.

Stöbern Sie noch ein wenig im Photoalbum. Zahlreiche Bilder über Dendrobates leucomelas, Gelege und deren Quappen werden gezeigt.

Schlusswort:

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Ich hoffe,
es hat Ihnen Spaß gemacht, diesen Beitrag über Dendrobates leucomelas zu lesen und wünsche Ihnen
und im Namen dieser leider immer noch vom Aussterben bedrohten Tierart viel Erfolg bei der Haltung und Zucht von

Dendrobates leucomelas. Der gelbgebänderte Baumsteiger.

Tschüß und bis bald!

Ihr Klaus Kreyerhoff

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Design: Klaus Kreyerhoff © 2010 Dendrobates leucomelas - der gebänderte Baumsteiger. Meine Erkenntnisse über deren Haltung und Zucht.

Seite mit Ton.

Verwandte Anfragen zu Dendrobates leucomelas: Baumsteigerfrösche Pfeilgiftfrösche Regenwaldterrarien und Terrarienbau für Amphibien. Die Baumsteigerfrösche Dendrobatidae, auch Pfeilgiftfrösche oder Farbfrösche genannt. Dendrobatoidea Aromobatidae Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae) Colostethinae Silverstoneia Epipedobates Colostethus Ameerega Hyloxalinae Hyloxalus Dendrobatinae Phyllobates Minyobates Ranitomeya Adelphobates OophagaKleinanzeigen | Giftpfeilfrösche gelbgebänderter Baumsteiger, auratus, tinctorius, azureus, tinctorius Haltung, auratus Haltung wikipedia. Pfeilgiftfrösche Dendrobates leucomelas Azureus Pfeilgiftfrosch / Pfeilgiftfrösche gift, Arten, Pfeilgiftfrösche kaufen, forum, Züchter, biete Pfeilgiftfrösche Pfeilgiftfrösche Baumsteigerfrösche Wikipedia Dendrobatoidea Aromobatidae Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae) Colostethinae Silverstoneia Epipedobates Colostethus Ameerega Hyloxalinae Hyloxalus Dendrobatinae Phyllobates Minyobates Ranitomeya Adelphobates Oophaga Pfeilgiftfrösche Wikipedia D. leucomelas